Liebe Freunde,

die Ermordung von Charlie Kirk, aber auch die Reaktionen hierauf, haben uns alle tief berührt. Nur selten gibt es Ereignisse, die die ganze Welt auf einmal erschüttern. Wir mögen unterschiedlich über Positionen, die Charlie vertrat, denken und möglicherweise nicht alles für richtig halten. Doch sein Mut, seine Klarheit und seine Bereitschaft, mit dem, was er für sich als wahr erkannt hat, in einen Dialog und Austausch mit Andersdenkenden zu gehen, waren beeindruckend. Auch bei uns in Deutschland, wo Charlie Kirk nicht so bekannt war, sind die Wellen seiner Erschießung spürbar angekommen. Sie machen uns bewusst, wie stark Polarisierung, Diffamierung und blanker Hass unsere Gesellschaften prägen. Die Frage ist: Wie sollen wir darauf reagieren? Der aktuelle Gebetsbrief greift diese und weitere Fragen und Gebetsanliegen auf.

03. Oktober 2025 – Deutschland betet

Unter dem Motto „WIR FEIERN VERANTWORTUNG“ findet am 03. Oktober 2025 wieder „Deutschland betet“ statt, bei dem wir als Christen mit unterschiedlichem Hintergrund und Prägung gemeinsam unsere Dankbarkeit vor Gott für 35 Jahre Deutsche Einheit ausdrücken und zusammen feiern wollen! Während den ganzen Tag über, überall im Land, an diesem Tag Dankgottesdienste stattfinden, laden wir dazu ein, ab 20:15 Uhr wieder beim Livestream auf YouTube und BIBEL TV einzuschalten. Gleichzeitig findet wieder in vielen Städten „Deutschland singt und klingt“ auf öffentlichen Plätzen ab 19:00 Uhr statt. Alle Informationen findet ihr hier: www.3oktober.org

Gebetstag für Südbaden

Herzlich laden wir euch zu einem Gebetstag für Südbaden am Samstag, den 18.10.2025 von 14:30 Uhr bis 18:00 Uhr im SEINHAUS, Auf d. Breite 5, 79379 Müllheim im Markgräflerland ein. Sehen wir uns dort? Wir würden uns jedenfalls sehr freuen, euch dort zu treffen. Weitere Informationen findet ihr hier: www.gebetsseminar.de

Unser YouTube-Kanal

Am Ende wollen wir euch noch einmal auf unseren YouTube-Kanal hinweisen, bei dem ihr diverse Vorträge und Webinare nachhören könnt. Ganz aktuell den Vortrag von Alexander vom Gebetstag in Neumünster: https://www.youtube.com/waechtergebet (Direktlink zum Video: https://youtu.be/-ZiE2qMQZUA )

In Dankbarkeit für eure Freundschaft und Verbundenheit,

Alexander Schlüter, Johann-Christian Fromme und Stefanie Power

P.S.: Hier findet ihr unseren mobilen Gebetsbrief.

Tiefer in die Verbundenheit mit Land und Gesellschaft gehen

Tiefer in die Verbundenheit mit Land und Gesellschaft gehen

Die Ermordung von Charlie Kirk erschüttert die Welt. Sie wirkt wie ein Wendepunkt. Ein Moment, in dem sich etwas verdichtet und entblößt. Die Welt hält inne. Wir sind überfordert von der Wucht der Tat und dem, was sie uns spiegelt. Mit unseren Analysen versuchen wir schnell einzuordnen. Aber vielleicht ist jetzt nicht die Stunde der schnellen Erklärungen, sondern des aufmerksamen Hörens. Zuerst auf Gott und dann auch aufeinander im ehrlichen Gespräch, jenseits der Lager. Wir stehen an einem Scheideweg. Die Polarisierung unserer Gesellschaft, der Hass, die gegenseitige Verachtung sind nicht neu, aber sie eskalieren. Inmitten der Wunden und des Zorns wächst die Frage: Wie wollen wir leben? Ich glaube, wir brauchen ein neues Hinhören. Ein neues Miteinandergehen. Denn allein werden wir diesen Weg nicht finden.

Wir prägen unsere Kultur nicht durch Macht, Konfrontation oder Härte, sondern durch Einheit und gelebte Verbundenheit. Wenn wir versuchen, Kultur „zurückzuerobern“, indem wir uns auf Abgrenzung und Konflikt konzentrieren, bauen wir nur neue Mauern und Widerstände. Wahre Veränderung geschieht durch Einheit – nicht im Sinn einer Gleichmacherei, sondern durch eine Verbundenheit, die Unterschiede aushält und Brücken baut. Einheit ist die unsichtbare Kraft, die Vertrauen, Kreativität und Hoffnung hervorbringt. Sie wirkt leise und verwandelt, anstatt zu zwingen.

Gerade im Umgang mit unserer polarisierenden politischen Kultur – etwa einer „Links- vogue-Ideologie“ – ist es entscheidend, nicht mit demselben Geist von Härte und Widerstand zu reagieren. Wir sind berufen, einen anderen Weg zu gehen: Kultur nicht bekämpfen, sondern prägen und durchdringen, indem wir Räume der Begegnung öffnen und Herzen verbinden. Dazu dürfen wir unsere eigenen verletzten und zurückgewiesenen Herzen noch einmal neu öffnen. Dabei geht es nicht um Kompromiss, wo wir etwas für wahr erkannt haben, sondern um Authentizität, Verwundbarkeit und echte Begegnung. Es geht um mehr, als nur mutig zu sagen, was wir für wahr erkannt haben. Es ist ebenso wichtig, dass wir zeigen, wer wir wirklich sind, dass unsere Person (und nicht nur unsere Meinung) sichtbar wird.

Gerade im Umgang mit unserer polarisierenden politischen Kultur – etwa einer „Links-vogue-Ideologie“ – ist es entscheidend, nicht mit demselben Geist von Härte und Widerstand zu reagieren.

Unsere Gegner gewinnen wir nicht durch Schlagabtausch, sondern durch die Berührung ihrer Herzen. Es geht nicht darum, Debatten zu dominieren oder Recht zu behalten. Menschen verändern sich, wenn sie sich gesehen, verstanden und respektiert fühlen. Wer das Herz erreicht, gewinnt auch den Verstand. Das ist kein Kompromiss mit Wahrheit, sondern Ausdruck einer Liebe, die tiefer reicht als Argumente. So entstehen Räume, in denen Misstrauen weicht und Neues wachsen kann.

Ich glaube, wir selbst sind auch Teil der Spaltung und Polarisierung, unter der wir alle leiden. Wir suchen Sicherheit in der richtigen Überzeugung. Unser Wunsch, zu „den Guten“ zu gehören, kann uns nur zu schnell in die trügerische Falle moralischer Überlegenheit führen. Es geht nicht darum, die Wahrheit zu relativieren, sondern um eine tiefere Ebene: die Haltung unseres Herzens. Sind wir bereit, mit unseren Urteilen zurückhaltender zu sein und Menschen wirklich verstehen zu wollen? Nicht nur, um sie zu widerlegen, sondern um ihnen wirklich zu begegnen? Erkennen wir an, dass auch wir noch nicht die Antwort auf alle Fragen unserer Zeit haben? Wir alle tragen doch die Wunden unserer Zeit in uns. Doch genau dort besteht die Chance zur Heilung für uns und unsere Gesellschaft. Lasst uns den Heiligen Geist in unsere Gebetszeiten einladen und Ihn bitten, uns zu zeigen, wie wir Teil der Lösung sein können. Er kann durch uns mit „unaussprechlichem Seufzen“(Röm 8,26) beten.

Alexander Schlüter

Schuld und Sühne für die Ukraine

Schuld und Sühne für die Ukraine

Im Zweiten Weltkrieg war unter deutscher Besatzung die ukrainische Bevölkerung und als Teil der SS und Polizei maßgeblich an der Vernichtung der Juden in der Westukraine beteiligt. Bei Massakern in den ehemals polnischen Ostgebieten (Wolhynien und Galizien) wurden außerdem (je nach Quelle) bis zu 100.000 Polen von ukrainischen Nationalisten ermordet. Bisher gibt es nur ansatzweise eine Aufarbeitung dazu in der Ukraine. Seit dem Überfall Russlands wurden im Gegenteil Nationalstolz und Opferhaltung gestärkt. Christen und messianische Juden beginnen einen Zusammenhang zwischen den Gräueltaten ihrer Vorfahren und dem heutigen Leiden ihres Volkes zu erkennen und diese nationale Schuld unter das Kreuz zu bringen. Trotz dieser historischen Belastung unterstützt kein Land die Ukraine in diesem Krieg mehr als Polen: militärisch, versorgungstechnisch und mit der Aufnahme von über eine Million Flüchtlingen. Polen spielt eine Schlüsselrolle in der Abwehr der russischen Aggression, wie die aktuellen Provokationen der Verletzung des polnischen Luftraumes durch russische Drohnen und Kampfjets zeigen. Etwa 8 Millionen Menschen haben die Ukraine seit Beginn des Krieges verlassen, etwa 5 Millionen ins europäische Ausland und 3 Millionen nach Russland, die meisten von ihnen Frauen mit ihren Kindern. Viele wollen nicht mehr zurück und lassen sich von ihren Männern scheiden, denen damit ihre Motivation zum Kämpfen an der Front zerbricht. Hunderttausende sind gefallen oder verwundet und es finden sich nur noch wenige Männer zu Rekrutieren. Dem Land droht eine ganze Generation und deren Kinder abhanden zu kommen. Und es braucht das Eingreifen Gottes, damit dieser Krieg beendet wird.

Bisher gibt es nur ansatzweise eine Aufarbeitung dazu in der Ukraine.

Gebet:

  • Stellen wir uns mit unseren ukrainischen Geschwistern zusammen unter unsere gemeinsame Schuld an Juden und Polen im Zweiten Weltkrieg (2Chr 7,14)
  • Buße über verfallene europäische Werte, deren Verteidigung in der Ukraine reklamiert wird, über gebrochene Ehen und Untreue (5Mo 30,19f)
  • Wir weisen gleichzeitig jede Rechtfertigung dieses Krieges durch die Russisch- Orthodoxe Kirche unter diesen Vorwänden zurück (Mt 7,3f)
  • Wehren wir zusammen mit Polen jedem Übergreifen der russischen Aggression und verweisen sie in ihre Grenzen (Hiob 38,11).

Karin Heepen

Die Wirtschaft segnen

Die Wirtschaft segnen

Beim Investitionsgipfel „Made for Germany“ im Juli dieses Jahres versprachen die Spitzen der deutschen Wirtschaft eine Investitionsinitiative von über 600 Mrd. Euro. Bei einem weiteren Gipfel im September forderten die Präsidenten führender Wirtschaftsverbände dafür von der Bundesregierung mehr Tempo bei Bürokratieabbau, Sozial- und Krankenkassenreformen und die Abschwächung überzogener EU-Auflagen. Unternehmen verlagern die Produktion zunehmend ins Ausland wegen ausufernder Vorschriften und Berichtspflichten, unzureichender Infrastruktur und Digitalisierung, zu hohen Energiepreisen, Steuern und Sozialabgaben. Fehlende Fachkräfte vor allem in technischen Berufen verlassen Deutschland aus denselben Gründen. Abgewanderte mittelständische Unternehmen gehen meist dauerhaft verloren und damit hochspezialisierte Technik, Know-how und Arbeitsplätze. Die diesjährige Kulturhauptstadt Chemnitz legt Zeugnis davon ab, wie aus einer Industriestadt ein Industriemuseum wurde: In der Nachnutzung der Industriebrachen finden sich Kleingewerbe und Dienstleister, aber es wird kaum noch etwas produziert.

Segnen wir die Wirtschaft, Industrie und Landwirtschaft mit kreativer Schöpferkraft, dass Unternehmer und Arbeitnehmer wieder gern in Deutschland arbeiten:

  • Für eine von Gott inspirierte Standortstrategie für Deutschland (Ps 104,24)
  • Um Freiraum für unternehmerische Eigeninitiative (Ps 115,13-16)
  • Dass sich junge Menschen für produktive Berufe entscheiden, um an Gottes schöpferischer Tätigkeit teilzuhaben (Ps 128,1f)
  • Erntedank: für die großen Erträge dieses Sommers und die Bauern, dass sie trotz der massiv gefallenen Erzeugerpreise davon gut leben und investieren können (Ps 145,15-19).

Karin Heepen

Gottes alternative Geschichte

Gottes alternative Geschichte

Von Ivan Illich, einem österreichisch-amerikanischen Kulturkritiker, Philosoph und Theologe, stammt das Zitat „Willst du eine Gesellschaft verändern, musst du eine alternative Geschichte erzählen.“ Die Gesellschaft, in der wir leben, braucht eine alternative Geschichte zu Hass und Gewalt. Sie sehnt sich danach, die alternative Geschichte eines liebenden Retter-Gottes zu hören, dessen Hoffnung, Zukunft und Leben Substanz hat. Das Evangelium ist die Kraft Gottes – und diese Kraft ist reell und muss in uns und durch uns hindurch wieder greifbar werden! Jeder Mensch ist eingebettet in Seinen ewigen Plan und trägt die Sehnsucht, Teil von Gottes ewigem Plan zu werden im Herzen (Pred 3,11) – egal, ob bewusst oder unbewusst. Als Nachfolger Jesu und Fürbitter unserer Nation sind wir dazu berufen, die „alternative Geschichte Gottes“ zu verkündigen, zu leben und zu demonstrieren – auf eine Art und Weise, dass die Herzen der Menschen unserer Gesellschaft davon berührt werden.

Die Welt um uns her braucht eine alternative Geschichte – und die Ewigkeit wiegt mehr als der Augenblick.

Vielleicht ist es gerade jetzt an der Zeit, dass wir uns auf unseren eigentlichen Auftrag, Menschen mit dem Evangelium des Königreiches Gottes zu erreichen, zurückbesinnen und uns von Gottes Leidenschaft für eine verlorene Welt neu ergreifen lassen. Lasst uns darüber wachen, uns nicht von Nachrichten, Medien, Kriegsgeschehen und gesellschaftlichen Entwicklungen überrollen und in den Bann ziehen zu lassen. Die Welt um uns her braucht eine alternative Geschichte – und die Ewigkeit wiegt mehr als der Augenblick.

Gebet:

  • Höre das „Lied“ der Retterliebe Gottes über deiner Nachbarschaft, den Politikern, den Menschen im Nahen Osten etc. und singe/bete es aus (1Tim 2,1-7; Joh 3,14-17)
  • Bete für die Freisetzung eines neuen Maßes an Kreativität, die Menschenherzen erreicht, die sich durch klassische Formen nicht mehr berühren lassen. Kreativität in Form von Kunst, aber in Form von Gastfreundschaft (Pred 3,11)

Tanja Frank

Mut und Frucht

Mut und Frucht

Wenn man eines aus dem Leben Charlie Kirks ziehen kann, dann ist es Mut – Mut zur eigenen Wahrheit, ohne Rücksicht auf Konsequenzen, ohne Angst vor Ablehnung. Wie schön und einfach kann dann das Leben sein, wenn man authentisch ist, immer seinen Überzeugungen treu bleibt, egal in welchem Umfeld man sich gerade befindet. Das ist zweifellos eine große Freiheit! Dabei dürfen wir uns stets bewusst sein, dass alle Erkenntnis nur Stückwerk ist. Das macht aber auch nichts. Es hält uns demütig. Man konnte Charlie seinen Glauben und seine Liebe zu Jesus und zur Bibel immer „abspüren“. Er verbog sich nicht, taktierte nicht, fürchtete Widerspruch und Ablehnung nicht. Er war dabei wissbegierig und respektvoll und immer bereit, sich von seinem Gegenüber eines Besseren belehren zu lassen. Eine Mischung aus Sanftmut und absoluter Freimütigkeit. So wurde er zum Vorbild für Tausende, auch gerade für viele junge Leute, die in dieser Welt von Schein und Manipulation auf der Suche nach echten Werten und Orientierung sind. Er erinnert an Stephanus und Johannes, den Täufer, die beide ähnlich leidenschaftlich, kompromisslos und furchtlos ihre Botschaft verkündeten und dadurch ihr Leben verloren. Ihre Saat wurde zum äußerst fruchtbaren Boden für viele andere. „Kostbar ist vor dem Herrn der Tod seiner Heiligen“. (Ps 116,15)

In dieser Zeit von massiver Polarisierung sollten wir uns nicht in Grabenkämpfe und Parteiungen hineinziehen lassen und auch keine Feindbilder aufrichten, noch „missionarisch“ versuchen, anderen unsere Überzeugungen überzustülpen, aber wir dürfen freimütig in Uni, Schule, Nachbarschaft, Familie und am Arbeitsplatz zu ihnen stehen: „Seid allezeit bereit, von der Hoffnung, die in euch ist, Zeugnis zu geben.“ (1Petr 3,15) „Martyrios“, von dem das Wort „Märtyrer“ abgeleitet ist, bedeutet im Griechischen des NT „Zeuge“. „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und meine Zeugen sein,“ sagte Jesus, bevor er in den Himmel ging. Authentischer Zeuge zu sein, ist etwas so ungeheuer Kostbares, wenn es nicht aus religiösem Eifer, sondern aus der tiefen Liebe zu Jesus und zum anderen geboren ist. Gerade deshalb sollten wir unser Herz immer frei von Verurteilungen anderer halten, egal wie hoch die Wellen in unserem Umfeld schlagen. Das ist eine enorme Herausforderung, aber die Frucht ist so groß! Dafür wollen wir beten.

Alexander Schlüter