Im Zweiten Weltkrieg war unter deutscher Besatzung die ukrainische Bevölkerung und als Teil der SS und Polizei maßgeblich an der Vernichtung der Juden in der Westukraine beteiligt. Bei Massakern in den ehemals polnischen Ostgebieten (Wolhynien und Galizien) wurden außerdem (je nach Quelle) bis zu 100.000 Polen von ukrainischen Nationalisten ermordet. Bisher gibt es nur ansatzweise eine Aufarbeitung dazu in der Ukraine. Seit dem Überfall Russlands wurden im Gegenteil Nationalstolz und Opferhaltung gestärkt. Christen und messianische Juden beginnen einen Zusammenhang zwischen den Gräueltaten ihrer Vorfahren und dem heutigen Leiden ihres Volkes zu erkennen und diese nationale Schuld unter das Kreuz zu bringen. Trotz dieser historischen Belastung unterstützt kein Land die Ukraine in diesem Krieg mehr als Polen: militärisch, versorgungstechnisch und mit der Aufnahme von über eine Million Flüchtlingen. Polen spielt eine Schlüsselrolle in der Abwehr der russischen Aggression, wie die aktuellen Provokationen der Verletzung des polnischen Luftraumes durch russische Drohnen und Kampfjets zeigen. Etwa 8 Millionen Menschen haben die Ukraine seit Beginn des Krieges verlassen, etwa 5 Millionen ins europäische Ausland und 3 Millionen nach Russland, die meisten von ihnen Frauen mit ihren Kindern. Viele wollen nicht mehr zurück und lassen sich von ihren Männern scheiden, denen damit ihre Motivation zum Kämpfen an der Front zerbricht. Hunderttausende sind gefallen oder verwundet und es finden sich nur noch wenige Männer zu Rekrutieren. Dem Land droht eine ganze Generation und deren Kinder abhanden zu kommen. Und es braucht das Eingreifen Gottes, damit dieser Krieg beendet wird.
Bisher gibt es nur ansatzweise eine Aufarbeitung dazu in der Ukraine.
Gebet:
- Stellen wir uns mit unseren ukrainischen Geschwistern zusammen unter unsere gemeinsame Schuld an Juden und Polen im Zweiten Weltkrieg (2Chr 7,14)
- Buße über verfallene europäische Werte, deren Verteidigung in der Ukraine reklamiert wird, über gebrochene Ehen und Untreue (5Mo 30,19f)
- Wir weisen gleichzeitig jede Rechtfertigung dieses Krieges durch die Russisch- Orthodoxe Kirche unter diesen Vorwänden zurück (Mt 7,3f)
- Wehren wir zusammen mit Polen jedem Übergreifen der russischen Aggression und verweisen sie in ihre Grenzen (Hiob 38,11).
Karin Heepen