Gebetsbrief Februar 2026

Liebe Freunde,

Happy Birthday, lieber Wächterruf!

Am 1. Februar 2000 begann unser gemeinsamer Weg im Gebet – und nun, 26 Jahre später, ist Fürbitte für Politik und Gesellschaft nicht einfacher geworden. Wenn wir auf die Welt blicken, sehen wir Umbrüche, Krisen und viel Ungewissheit. Und doch glauben wir: Unsere Zeit ist „schwanger“ mit neuen Möglichkeiten. Und wir dürfen unser Vertrauen – stärker denn je – in Gott verankern!

Gott ist ein Erneuerer. Sich in seiner Zeit zu bewegen, seinem Wirken Raum zu geben – darin liegt Hoffnung, selbst mitten in Leid und Wandel. Dort finden wir einen Frieden und eine Freude, die tiefer reichen als die Umstände.

So gehen wir dankbar und erwartungsvoll in unser 27. Wächterruf-Gebetsjahr.

Seid ihr wieder dabei? Lasst uns gemeinsam mit Gott unser Land im Gebet berühren.

Auf geht’s – let’s go!

Spendenbescheinigungen

Unsere Spendenbescheinigungen sind nun per Mail versandt worden. Sollte ihr diese nicht erhalten haben, obwohl ihr uns im vergangenen Jahr finanziell unterstützt habt, dann meldet euch bitte umgehend bei uns per Mail an: s.power(at)waechterruf(dot)de.

Aus seiner Fülle noch mehr Gnade nehmend,

Alexander Schlüter, Johann-Christian Fromme und Stefanie Power

P.S.: Hier findet ihr unseren mobilen Gebetsbrief.

Eine Frau steht auf einer Klippe über weite Felder

Epochenwandel – Leben und beten in Gottes Zeit

Epochenwandel – Leben und beten in Gottes Zeit

Wir leben in einem spürbaren Epochenwandel. Globale Spannungen nehmen zu: die Krise um Grönland, der anhaltende Krieg in der Ukraine, die Verschiebungen einer Weltordnung. Viele Menschen empfinden angesichts dieser Entwicklungen Ohnmacht, Überforderung oder innere Müdigkeit. Die Welt wirkt komplexer denn je – und scheint oft unlösbar.

Und doch geschieht zur selben Zeit etwas anderes. Überall entstehen neue Wege, neue Lösungen, neue Denkansätze. Sie sind nicht immer laut, nicht immer sichtbar, aber sie sind da! Unsere Aufgabe als Beter ist es nicht, nur die Krisen zu analysieren, sondern zu fragen: Was tut Jesus mitten in dieser Zeit? Wo wirkt Gott jetzt?

Als Christen leben wir nicht ausschließlich in der getakteten „Chronos-Zeit“ – jener Zeit des Drucks, der Eile, des „Nie-genug“. In der griechischen Mythologie frisst Chronos seine eigenen Kinder: Zeit wird zum Stressfaktor, zum Opfer. Doch Gott ruft uns in eine andere Wirklichkeit: in „die wohlangenehme Zeit“, den Kairos – die von Gott geschenkte Gnadenzeit (2Kor 6,2). Eine Zeit voller Möglichkeiten, Durchbrüche und offener Türen. Überall – soweit das Auge reicht!

Kairos ist die Zeit, in der Gott handelt. Eine Zeit, in der er spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“ (Off 21,5) Diese Verheißung gilt nicht nur für die Kirche, sondern für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Wir sind mit Gott zusammen „Neu-Macher“. Dieser Blick heilt unsere Perspektive und bewahrt uns davor, im Krisenmodus stecken zu bleiben.

Und wir haben Zugang zur Weisheit Gottes. Sie reicht tiefer als politische Strategien, wirtschaftliche Macht oder technologische Visionen. Sie ist klüger als Trump, Putin, Elon Musk oder die EU – und sie steht uns zur Verfügung (1Kor 1,30). Diese Weisheit schenkt Unterscheidung, Mut und Hoffnung. Sie hilft uns, Gelegenheiten zu erkennen, wo andere nur Sackgassen sehen. Darum beten wir nicht aus Angst, sondern aus Vertrauen. Nicht aus Ohnmacht, sondern aus der Gewissheit, dass Gott in dieser Zeit handelt.

Lasst uns beten, dass wir die Kairos-Momente Gottes in diesem Jahr erkennen – jene von ihm gesetzten Zeiten, in denen sich Türen öffnen und Neues möglich wird (Off 3,8). Mögen unsere Augen sich lösen von der ständigen Ablenkung durch Nachrichten und Aufgeregtheit, damit wir lernen, „Informationen vom Himmel“ zu empfangen.

Lasst uns einwilligen in neue Denk- und Herzensprozesse, in denen unser volles Potenzial in Christus sichtbar werden darf. Dem Getriebensein dieser Zeit setzen wir bewusst Ruhe, Klarheit und Vertrauen entgegen. Wir verankern uns in „Gottes Zeit“, in seiner Gnade – nicht passiv, sondern wach, hoffnungsvoll und handlungsfähig. Gott ist der, der alles neu macht. Und wir sind nicht hier, um nur zu überleben, sondern um mit ihm zu gestalten. Für das 27. „Wächterruf-Jahr“ rufen wir: Vater, lehre uns, in deiner Zeit zu leben. Öffne unsere Augen für das, was du jetzt tust. Und forme mit uns zusammen Neues. Dein Wächterruf

Alexander Schlüter

Sonnenunterganh über dem Meer

Eine Gesinnung der Hoffnung

Eine Gesinnung der Hoffnung

Deutschland wirkt müde – nicht nur politisch oder wirtschaftlich, sondern auch in seiner öffentlichen Debattenkultur. Immer häufiger dominiert ein Ton, der den Niedergang beschwört, Missstände zuspitzt und Schuldige benennt, ohne Wege der Erneuerung aufzuzeigen. Kritik ist notwendig. Doch wenn sie zur Dauerhaltung wird, verliert sie ihre konstruktive Kraft.

Ein zentraler Treiber ist der sogenannte Negativity Bias: Negative Nachrichten, Zuspitzungen und Empörung erhalten mehr Aufmerksamkeit als sachliche Einordnung oder lösungsorientierte Perspektiven. Medien, Politik und soziale Netzwerke verstärken sich gegenseitig – Differenzierung verliert, Extreme gewinnen.

Die Folgen sind gravierend: Es wächst ein Klima des Misstrauens – gegenüber Institutionen, Medien, Politikern und letztlich auch untereinander. Demokratie wird zur Bühne emotionaler Eskalation statt zur gemeinsamen Suche nach tragfähigen Lösungen.

Als Christen sind wir nicht neutral. Wir sind gesetzt, zu segnen statt zu fluchen. Das bedeutet nicht, Probleme zu verharmlosen oder Unrecht zu verschweigen. Es bedeutet, die Realität von Gottes Perspektive her zu betrachten. Gott sieht nicht nur den Zustand eines Landes – er sieht seine Berufung und das Potenzial, das er selbst in eine Nation hineingelegt hat. Er sieht nicht nur Verfehlungen, sondern Möglichkeiten zur Umkehr, Erneuerung und Heilung.

Teil unseres geistlichen Auftrags ist es, Hoffnung zu säen, das Nichtseiende hervorzurufen, als wäre es bereits da, unser Land zu lieben und Leben in Situationen hineinzusprechen. Klarheit ohne Liebe wird hart. Kritik ohne Fürbitte wird zerstörerisch.

Gebet:

  • Nimm dir einen Moment Zeit und segne Deutschland in überschwänglicher Art. Sprich Gutes aus über unserem Land und proklamiere Hoffnung, Zukunft, Heil und Heilung. Verwende hierfür Bibelstellen, die dir in den Sinn kommen und wandle sie in deine eigenen Worte. (Röm 12,14; 1Mo 11,26)
  • Tue Buße, wo du dich selbst diesem Negativ-Trend hingegeben hast, und beginne dein Denken mit den Gedanken Gottes und Seiner Liebe für Deutschland zu füllen. (Jer 29,11)
  • Für ein neues Klima des Vertrauens und der Hoffnung in unserem Land (Röm 15,13)
  • Für das Erstarken von konstruktivem Journalismus und konstruktiver Politik (Jer 32,27; Lk 18,27)

Tanja Frank

Brandenburger Tor bei Sonnenuntergang

Schutz vor Terror

Schutz vor Terror

Das Jahr begann für 45 000 Haushalte und 2200 Unternehmen in Berlin mit einem mehrtägigen Stromausfall aufgrund eines Terroranschlages. Fast 1000 Einsatzkräfte waren beschäftigt, um die massiven Schäden an der Kabelbrücke in Berlin Steglitz-Zehlendorf provisorisch zu reparieren und die Stromversorgung schnellstmöglich wiederherzustellen. Bereits im September waren etwa zehntausend Haushalte im Südosten Berlins nach einem Brandanschlag mehrere Tage ohne Strom. Die Täter der linksextremistischen „Vulkangruppen“ verüben seit Jahren Sabotageakte mit Millionenschäden auf die Infrastruktur und Unternehmen und legitimieren sie laut Bekennerschreiben u. a. mit Klimaschutz. Sie wurden noch nie gefasst. 

Um den Jahreswechsel wurden zudem mehrere Bankeinbrüche bekannt, der größte bei einer Sparkasse in Gelsenkirchen mit etwa 100 Millionen Euro Beute aus 3200 Schließfächern. Immer wieder werden Geldautomaten gesprengt mit horrenden Schäden auch an den Gebäuden. Je sicherer die Tresore gemacht werden, desto mehr rüsten Kriminelle dagegen auf. Auch hier werden in den seltensten Fällen die Täter gefasst.

Gebet:

  • Um Aufdeckung der Terrorgruppen und krimineller Banden, Vereitelung von Anschlagsplänen und dass die Täter dingfest gemacht werden (Neh 3,36f)
  • Um wirksamen Schutz für Infrastruktur, Unternehmen und unser Gemeinwesen (Neh 4,3)
  • Dass Linksextremismus jegliche politische Legitimation entzogen wird (Jes 5,20)

Karin Heepen

Skyline einer Stadt mit Bergen im Hintergrund bei Tag

Iran, Syrien und Israel

Iran, Syrien und Israel

Nach Recherchen von Iran International [1] wurden im Zuge der Proteste gegen das iranische Mullah-Regime über 12 000 Menschen getötet. Das Regime in Teheran versucht die Proteste mit willkürlichen Verhaftungen, Folter und Hinrichtungen zu unterdrücken. Das iranische Volk zahlt einen hohen Preis, um endlich in die Freiheit zu kommen. Zögerlich hat die Bundesregierung auf die Proteste reagiert und neue EU-Sanktionen gegen die iranische Regierung unterstützt, nachdem EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola allen iranischen Diplomaten und Regierungsbeamten den Zutritt zu den Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments verbot und von den Regierungen der EU-Staaten Unterstützung für die Proteste gegen die Staatsführung im Iran forderte.

Zur gleichen Zeit greift die islamistische Übergangsregierung in Syrien die kurdischen Gebiete im Norden des Landes an, um deren demokratische Selbstverwaltung zu zerschlagen. Sie wurde als Modell für ein neues Syrien unter Beteiligung aller Volksgruppen errichtet. Beim Angriff auf die kurdischen Stadtviertel in Aleppo wurden etwa 150 000 Kurden aus der Stadt vertrieben und 300 Häuser zerstört. Die kurdischen Streitkräfte (SDF) waren im Frühjahr 2025 auf eine Vereinbarung mit der Zentralregierung eingegangen, haben ihre militärischen Einheiten aus der Stadt abgezogen und waren jetzt schutzlos. Die Kurden haben mit den USA zusammen maßgeblich und unter großen Opfern den Islamischen Staat (IS) bekämpft. Was jetzt als Integration der Kurden in einen neuen syrischen Staat verkauft wird, ist die Rückkehr des IS an die Stelle des Assad-Regimes, eine Bedrohung für die ganze Region und auch für Europa. Die islamistische Regierung in Damaskus agiert mit Unterstützung aus der Türkei und Katar. Ihre Anerkennung durch Deutschland und Europa, die USA und die NATO hilft dem Regime, seine Macht zu festigen und den Terror nach innen fortzuführen.

Gebet:

  • Dass den Mächten des islamischen Dschihad im Nahen Osten und ihrem Kopf im Iran alle Kraft, jeder Schutz und jede Unterstützung genommen und sie mit der Wurzel ausgerissen werden (Jer 49,34ff)
  • Um Freiheit und neues Leben für die Menschen in der Region (Jes 60,1f)
  • Sowohl das iranische Volk als auch die Kurden lieben Israel. Beten wir weiter für die Straße des Friedens nach Jes 19,23-25

Karin Heepen

[1] https://www.iranintl.com/en/202601130145
Blattloser Baum auf grünem Feld mit blauem Himmel

Im Einssein mit der Schöpfung

Im Einssein mit der Schöpfung

Der Klimawandel ist in aller Munde. Doch jenseits von Technologien, politischen Maßnahmen und erneuerbaren Energien liegt eine tiefere Frage: Wie leben wir? Vielleicht geht es weniger um neue Systeme als um einen neuen – oder vielmehr wiederentdeckten – Lebensstil, der im Einklang steht mit dem Rhythmus der Schöpfung. Die Bibel erzählt nicht von einem Menschen, der losgelöst von der Erde geschaffen wurde, sondern von einem Menschen, der aus Staub geformt und in einen Garten gestellt wurde. Beziehung zu Gott und Verbundenheit mit der Schöpfung gehörten von Anfang an zusammen. Saat und Ernte, Tag und Nacht, Arbeit und Ruhe – all das sind göttliche Ordnungen.

Viele von uns haben diesen Rhythmus verloren. Wir leben „ununterbrochen“ durch Wochen, durch Jahre, durch Jahreszeiten. Künstliches Licht ersetzt den Tag, Bildschirme den Himmel, Termine den inneren Takt. Unsere Körper und unsere Seelen zahlen dafür einen Preis. Unsere Landwirte stehen diesem ursprünglichen Bewusstsein oft noch am nächsten: Sie wissen um Zeiten des Wartens, um das Vertrauen auf Regen, Sonne und Wachstum.

Gott ruft uns zurück – nicht in Romantik, sondern in Wahrheit. Zurück in einen Lebensrhythmus, der atmet. Zurück in eine Verbundenheit mit Jahreszeiten, mit Erde und Himmel, mit Wind und Sonne. Zurück in einen Wechsel aus Aktivität und Ruhe, aus Geben und Empfangen, aus Säen und Ernten. Das ist kein Rückschritt, sondern ein geistlicher Fortschritt. Denn wer wieder im Rhythmus der Schöpfung lebt, lernt auch, im Rhythmus Gottes zu leben. Und genau dort wird Leben heil. Vielleicht beginnt Erneuerung nicht im Großen, sondern im Wahrnehmen, im Entschleunigen, im Hinhören.

Gebet:

  • Für ein neues Bewusstsein für die Schöpfungsordnungen, damit wir wieder im Rhythmus des Lebens sind.
  • Für Heilung unseres Lebensstils: damit wir mit unserem Körper, unserer Seele in Balance und Ruhe sind.
  • Lass uns die Erde wieder nicht als Ressource, sondern als Mitgeschöpf, das deine Herrlichkeit trägt.
  • Für Weisheit in Ernährung, Arbeit und Ruhe: was nährt uns, wann es Zeit ist zu handeln und wann zu ruhen.
  • Für einen gesellschaftlichen Wandel: für neue Lebensmodelle, die Nachhaltigkeit nicht nur denken, sondern leben – aus Gottes Weisheit heraus.

Alexander Schlüter

 

Gottes Segen für ein neues Denken, Fühlen und Handeln!

Alexander Schlüter und Team