Gebetsbrief Juni 2026
Liebe Freunde,
wir erleben eine Zeit großer Unsicherheit und Veränderungen. Gerade jetzt ist das Wichtigste, Gott besser kennenzulernen und seine Nähe zu suchen. Denn der Himmel sieht weiter als wir und erkennt, was unserem Blick oft verborgen bleibt. Der neue Gebetsbrief möchte dazu ermutigen, Deutschland in der Krise mit Hoffnung, Gebet und geistlicher Aufmerksamkeit zu begleiten. Gott schenkt neue Perspektiven dort, wo Menschen nur Grenzen sehen. Wenn wir auf seine Stimme hören, kann neue Hoffnung für unser Land wachsen.
Webinar „Beten in Verbundenheit – Teil 2“ am 18. Juni 2026 um 19:30 Uhr
Durch die Kirchengeschichte hindurch haben Menschen Gott leidenschaftlich gesucht und im Gebet seine Nähe erfahren. In diesem Webinar wollen wir gemeinsam entdecken, was wir von geistlichen Stimmen wie Julian of Norwich oder Bruder Lorenz über ein Leben in tiefer Verbundenheit mit Gott lernen können. Julian of Norwich beschrieb das Gebet als ein „Einswerden“ mit Gott – nicht als bloßes Bitten, sondern als eine lebendige Verbindung, die unser Herz und unseren Alltag verändert. Dabei gehören Gebet, Vertrauen und innere Ruhe untrennbar zusammen. Gemeinsam entdecken wir praktische Wege, wie ein Leben in Verbundenheit mit Gott mitten im Alltag wachsen kann. Hier kannst du dich anmelden: http://gebetsseminar.de/
Und wenn du den ersten Teil des Webinars nachhören willst, ist dies auf unserem YouTube-Kanal möglich: https://youtu.be/DZMB33bnJEk
Herzlichen Dank für eure Treue im Gebet für unser Land!
Alexander Schlüter, Johann-Christian Fromme und Stefanie Power

Zurück in den Garten – In Beziehung zum Vater leben
Zurück in den Garten – In Beziehung zum Vater leben
Wir leben in einer Zeit voller Antworten und doch voller Orientierungslosigkeit. Wir sammeln Wissen, analysieren, vergleichen, optimieren und suchen ständig nach dem nächsten Verständnis. Wir wollen mehr wissen, mehr kontrollieren, mehr begreifen. Doch vielleicht ist es nicht unser Wissen, das die Welt verändert. Vielleicht sind es unsere Herzen.
Denn ein Mensch kann unendlich viel wissen und innerlich trotzdem leer bleiben. Er kann Antworten besitzen und doch keinen Frieden kennen. Die tiefsten Veränderungen beginnen selten im Verstand. Sie beginnen dort, wo das Herz berührt wird. Und genau dorthin möchte Gott uns führen. Nicht zuerst in mehr Information, sondern in Beziehung.
Viele Menschen suchen nach Gottes Führung wie nach einer Strategie oder einem perfekten Plan. Doch seine Leitung geschieht oft ganz anders, als wir erwarten. Nicht durch Druck. Nicht durch Kontrolle. Nicht durch permanente Eile. Sondern durch Nähe. Durch einen Frieden, den man kaum erklären kann. Durch ein leises Ziehen im Herzen. Durch Vertrauen mitten in der Unsicherheit. Durch Momente, in denen man plötzlich spürt: Ich bin nicht allein.
Vielleicht ist Gott uns näher, als wir denken. Nicht distanziert, nicht verborgen, sondern wie ein Vater, der sanft unsere Hand ergreift und sagt: „Lauf nicht vor mir weg. Geh mit mir.“
Wir versuchen oft, unsere Umstände zu optimieren, während Gott an etwas Tieferem arbeitet: an unserer Verwandlung. Er repariert nicht einfach nur Situationen. Er formt Herzen. Denn das größte Wunder ist nicht ein perfektes Leben, sondern ein Mensch, der lieben gelernt hat, vertrauen kann und Frieden in Gott findet.
Am Ende führt uns alles zurück in den Garten. Zu dem Ort, an dem der Mensch Gott nicht analysierte, sondern mit ihm wandelte. Zu dem Ort von Nähe, Weisheit und Frieden. Vielleicht liegt dort die tiefste Sehnsucht unserer Zeit verborgen: nicht noch mehr Wissen anzuhäufen, sondern wieder nach Hause zu kommen – ins Herz des Vaters. Denn nichts auf dieser Welt ist kostbarer, als Gott wirklich kennenzulernen. Nicht nur als Idee. Sondern als Gegenwart. Als Frieden. Als Liebe, die bleibt.
Alexander Schlüter

Im Raum der Verwandlung
Im Raum der Verwandlung
Wir wollen zu Beginn in eine Begegnung mit Jesus eintreten. Können wir uns einen Ort vorstellen, an dem wir gemeinsam – überall im Land – Jesus fragen: Wie möchtest du Bundeskanzler Friedrich Merz und der aktuellen Regierung begegnen? Was möchtest du ihnen sagen?
Können wir im Gebet einen „Raum“ öffnen, der Gottes Reden einlädt und hörbar werden lässt? Einen Resonanzraum für seine Gedanken und Pläne für unser Land?
Wir sehnen uns nach einem Land, das Demut neu willkommen heißt und sich von Gott mit einem weichen, lernbereiten Herzen leiten lässt. Wir bringen unser Land mit allem, was schiefläuft, vor Gott – verborgene Motive, mögliche Korruption, Manipulation und Unwahrheit – und stellen es in sein Licht. Wir brauchen seine Weisheit und Führung.
Alexander Schlüter

Gesetzesvorhaben der Regierung
Gesetzesvorhaben der Regierung
Im Bundestag wird im Juni das „Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)“ debattiert, das auf heftige Kritik von den Krankenkassen und Sozialverbänden stößt, vor allem wegen reduzierter Steuerzuschüsse für die GKV. Ein Entwurf zur Reform der Pflegeversicherung soll verhindern, dass immer mehr Pflegebedürftige in der Sozialhilfe landen, scheiterte bisher aber an zu gravierenden Meinungsverschiedenheiten in der Koalition. Bis zum Sommer hat die Regierungskoalition ein Reformpaket zu Rente, Einkommenssteuer, Arbeitsmarkt, Subventionen und Bürokratieabbau angekündigt, wo die Vorstellungen von CDU und SPD zur Umsetzung ebenfalls weit auseinander liegen. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz, das wieder eine freie Heizungswahl ermöglichen soll, droht vor dem Bundesverfassungsgericht zu landen.
Maßgebliche Gründe für notwendige Strukturreformen sind die demografische Krise, die Einschnitte in den Sozialstaat unumgänglich macht, und auf der Seite der Wirtschaft dadurch fehlende Fachkräfte, zu hohe Sozialabgaben und Steuern, Energiepreise und staatliche Überregulierung. Bisherige Entlastungen für die Wirtschaft, auf die sich die Regierungspartner einigen konnten, verwalten mehr den Status quo, als dass sie Perspektiven vermitteln. Entsprechend sinken die Umfragewerte der Regierungsparteien und die der AfD steigen. Aber wird ein erneuter Regierungswechsel Lösungen für die komplexe Haushalts- und Krisenlage bringen?
Gebet:
- Um eine Standortstrategie, die Deutschland in der nötigen Transformation zu Resilienz verhilft (Ps 91)
- Um göttliche Weisheit und Berater in den anstehenden Diskussionen der Gesetzesentwürfe (Jes 11,1-5)
- Dass die Fähigkeiten Deutschlands gestärkt und neue schöpferische Kräfte freigesetzt werden (Hebr 12,11-13).
Karin Heepen

Die Würde des Menschen schützen
Die Würde des Menschen schützen
Anfang Mai stellte eine parteiübergreifende Gruppe von Bundestagsabgeordneten einen erneuten Vorstoß für die Einführung einer Widerspruchsregelung zur Organspende vor. Demnach würden Menschen automatisch als Organspender gelten, wenn sie nicht dokumentiert widersprechen. Eine zweite interfraktionelle Gruppe positioniert sich gegen diesen Eingriff in die Grundrechte, weil das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper nicht mit dem Tod endet und eine Organentnahme nur auf Grundlage einer ausdrücklich dokumentierten Zustimmung erfolgen dürfe. Neuere Untersuchungen erhärten zudem die Kritik am Kriterium des Hirntodes, um lebensfrische Organe zu erhalten, und an dessen Diagnostik. Hirntote sind nicht tot. Auch wenn die Hirnschädigung wahrscheinlich irreversibel ist, wird der Tod durch die Organentnahme und das Abschalten der lebenserhaltenden Maßnahmen herbeigeführt.
Ende April wurde bekannt, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Streeck ein Kind von einer Leihmutter in den USA bezogen hat, die Elternschaft in Deutschland anerkannt und damit das geltende Verbot von Leihmutterschaft umgangen wurde. Auf sogenannten Kinderwunschmessen wird trotz dieses Verbots in Deutschland regelmäßig für Leihmutterschaft geworben.
In beiden Fällen werden Menschen für die Interessen anderer verzweckt und geltende Gesetze aufgeweicht, die die einzigartige Würde jedes Menschen schützen. Der menschliche Körper ist kein Ersatzteillager und Organspende kein Akt der Nächstenliebe. In vielen Ländern fallen Menschen Organhandel zum Opfer. Ebenso sind Frauen keine anonyme Gebärmutter und Kinder keine Ware. Kinder haben vor allen anderen Interessen das Recht auf ihre leiblichen Eltern. Es gibt kein Recht auf ein Kind, ebenso wenig wie ein Recht auf ein fremdes Organ.
Gebet:
- Lob und Dank für die Einzigartigkeit jedes Menschen als Geschöpf Gottes (Ps 8)
- Buße über materialistische Abwertung und egoistische Verzweckung des Menschen (Röm 1,18-25)
- Um das Siegel Gottes auf Artikel 1 Grundgesetz, dass der Staat die unantastbare Würde des Menschen achtet und schützt (Kol 1,9-17).
Karin Heepen

Globale & geistliche Herausforderungen des Iran-Konflikts
Globale & geistliche Herausforderungen des Iran-Konflikts
Der Konflikt um den Iran wird international zunehmend nicht mehr nur als regionaler Machtkampf betrachtet. Experten des Jerusalem Center for Foreign Affairs warnen vielmehr vor einer globalen Auseinandersetzung um Einfluss, Energieversorgung und ideologische Vorherrschaft. China bezieht den Großteil des iranischen Öls und gilt inzwischen als wichtigster wirtschaftlicher Partner Teherans und damit in seiner politischen Kontrolle und Einflussnahme auf strategische Entscheidungen des Iran nicht zu unterschätzen. Gleichzeitig wachsen weltweit Sorge und Indizien über iranische Terrornetzwerke, Geldwäsche und digitale Umgehungsstrukturen. Anfang 2026 stufte auch die EU die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation ein.
Israels frühere Sicherheitsberater betonen, dass die jüngsten Militärschläge vor allem darauf abzielten, das iranische Atomprogramm zu verzögern, das unmittelbar vor einem Durchbruch stand, was nicht nur für Israel, sondern auch global eine reelle Gefahr darstellt. Doch hinter der militärischen Dimension sehen Beobachter eine weit tiefere Herausforderung: den Zusammenstoß zweier völlig unterschiedlicher Weltbilder.
Der ehemalige israelische Minister Yuval Steinitz zog dabei einen direkten Vergleich zur Hamas-Ideologie nach dem 7. Oktober. Während westliche Demokratien Konflikte vor allem unter dem Gesichtspunkt von Menschenleben, Stabilität und Sicherheit betrachten, existieren innerhalb revolutionär-islamistischer Ideologien Strömungen, die Opfer, Leid und Zerstörung als Teil ihrer historischen oder religiösen Mission verstehen. Genau darin liegt nach Einschätzung vieler Experten die eigentliche Herausforderung unserer Zeit: Der Westen denkt oft kurzfristig, rational und wirtschaftlich. Revolutionäre Ideologien dagegen denken generationenübergreifend, religiös aufgeladen und kompromisslos – und mit der Bereitschaft zum Erreichen ihrer Ziele ganze Gesellschaften zu opfern. Der Konflikt mit dem Iran ist deshalb nicht nur (aber auch!) geopolitisch, sondern auch geistlich und kulturell von Bedeutung — und sollte darin nicht unterschätzt werden.
Gebet:
- Mut, Weisheit, Klarheit und Weitblick für internationale Entscheidungsträger im Umgang mit autoritären Regimen und Terrorstrukturen. (1 Tim 2:2)
- Erkenntnis und geistliche Unterscheidung angesichts ideologischer und religiöser Radikalisierung. (Jes 5,20)
- Für uns Christen in der westlichen Welt um ein wachsendes Bewusstsein dieser geistlichen, globalen und kulturellen Dimension dieses Konflikts und Wachheit im Gebet. (Eph 6,12+14+18)
Tanja Frank

Wenn Männer nicht mehr wissen, wie sie Mann sein sollen
Wenn Männer nicht mehr wissen, wie sie Mann sein sollen
Wir leben in einer Zeit großer Verunsicherung über Männlichkeit. Viele Männer stehen heute unter dem Druck widersprüchlicher Erwartungen. Einerseits existiert noch immer das traditionelle Ideal: finanziell versorgen, stark bleiben, Leistung bringen, emotional unerschütterlich sein. Andererseits fordert das moderne Ideal emotionale Offenheit, Sensibilität, Gleichberechtigung und den Verzicht auf jede Form dominanter Stärke. Männer sollen stark sein und gleichzeitig sanft. Selbstbewusst, aber nicht „zu viel“. Sensibel, aber niemals schwach. Sie sollen führen, ohne zu kontrollieren. Sicherheit geben, ohne hart zu werden. Zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und der eigenen Identität entsteht so ein enormer innerer Druck.
Viele Männer tragen ihre Kämpfe allein. Verletzlichkeit zu zeigen fühlt sich riskant an, weshalb Gefühle oft hinter Leistung, Humor oder Rückzug verborgen werden. Dabei sehnen sich Männer weniger nach Bewunderung als nach Vertrauen, Bedeutung und echter Verbindung. Sie sind zu Hingabe fähig, wenn ihr Wert nicht nur an Leistung gemessen wird. Und vielleicht wünschen sich Frauen am Ende keinen perfekten Mann, sondern einen, der präsent ist, zuhört und in sich ruht.
Lasst uns beten:
- Dass Männer den Mut finden, Masken abzulegen und Heilung für innere Wunden (fehlende Liebe, Verletzungen oder schwierige Vaterbeziehungen) erfahren. Dass sie erkennen, dass ihr Wert nicht von Leistung, Besitz, Status oder Erfolg abhängt.
- Dass Männer aus Isolation und Einsamkeit herausfinden und echte Freundschaften entstehen.
- Dass eine neue Form von Leiterschaft wächst – gemeinsam mit Frauen – nicht von Kontrolle oder Härte geprägt, sondern von Verantwortung, Demut, Präsenz und Liebe.
Alexander Schlüter
Gesegnete und sonnige Gebetszeiten,
Alexander Schlüter und Team