Gebetsbrief Januar 2026
Liebe Freunde,
2025 geht zu Ende, und unser Herz ist voller Dankbarkeit. Dankbar für unzählige kleine und große Geschenke, für Bewahrung, Führung und Nähe – und dafür, wie schön es ist, an Gottes Seite unterwegs zu sein.
Und wir sagen euch von Herzen DANKE. Danke für eure Treue im Gebet, für das dranzubleibende Miteinander in den Gebetsgruppen – auch dann, wenn es herausfordernd ist. Danke für eure Zeit, eure Hingabe und euer offenes Herz. Und danke für eure finanzielle Unterstützung, ohne die es den Wächterruf in dieser Form nicht gäbe. Vielen Dank für diejenigen, die uns noch zum Ende des Jahres unterstützt haben oder es noch tun werden. Das hat uns sehr geholfen!
Euer Mittragen macht den Unterschied. DANKE.
Spendenbescheinigungen
Wenn das neue Jahr beginnt, steht der Jahresabschluss des alten Jahres für die Steuererklärung an – und damit auch die Ausstellung der Spendenbescheinigungen. Wir möchten euch deshalb bitten, Adressänderungen oder Vervollständigungen eurer Postanschrift am besten gleich jetzt, jedoch bis spätestens 15. Januar 2026 an s.power(at)waechterruf(dot)de mitzuteilen.
Gottes Segen nehme noch mehr zu in unserem und eurem Leben im kommenden Jahr!
Alexander Schlüter, Johann-Christian Fromme und Stefanie Power
P.S.: Hier findet ihr unseren mobilen Gebetsbrief.

Auf in das neue Jahr 2026 – zurück in die innere Burg
Auf in das neue Jahr 2026 – zurück in die innere Burg
Es gibt Zeiten, in denen unser Leben sich anfühlt wie rauer Boden unter den Füßen. Die Welt ist laut, schnell und fragmentiert, und wir selbst leben oft nicht mehr aus der Tiefe, sondern aus Reaktion. Wir funktionieren, statt zu fließen. Wir kämpfen, statt zu gestalten. Doch in jedem Menschen gibt es einen Raum – eine stille Mitte –, in dem Körper, Nervensystem, Seele und Geist wieder eins werden. Teresa von Ávila nannte diesen Ort die innere Burg: ein vielkammeriges, leuchtendes Haus, in dessen Mitte Gott selbst wohnt. Die Burg ist der Ort, wo die Seele sich mit dem Bräutigam (Christus) vereint („Küss mich immer wieder!“ Hoh 1). Viele Menschen leben an den äußeren Mauern dieser Burg – in Hast, Angst, Rollen und Erwartungen. Der Weg nach innen jedoch führt in jene Räume, in denen wir wahr werden, präsent, klar und verbunden. Wenn wir „drinnen“ sind, geschieht etwas: Wir handeln aus Ruhe statt aus Rastlosigkeit. Wir hören intuitiv, was der nächste Schritt ist.
Unsere Kultur stellt Aktion über Weisheit. Das Ergebnis ist Erschöpfung. Viele Menschen haben ihr Nervensystem in den Überlebensmodus gefahren. Sie lächeln, obwohl sie müde sind, sie zeigen Stärke, obwohl ihr Inneres zittert. Oft findet ein Mensch erst dann zurück, wenn sein Körper „bricht“. Nicht als Strafe, sondern als Einladung, eine Schwelle in einen anderen Modus des Menschseins zu übertreten. Das Zusammenbrechen ist der Moment, in dem wir vom äußeren Ring der Burg endlich in die inneren Gemächer geführt werden. Ein neuer Lebensstil entsteht nicht durch Leistung, sondern durch Rückkehr.
Zurück in die innere Burg. In den tieferen Räumen – Teresa spricht von „Wohnungen“ – wird der Mensch klarer, weiser, zugleich verletzlicher und stärker. Dort findet Führung aus Ruhe statt, Autorität aus Identität, Klarheit ohne Härte. Unsere Zeit braucht keine schnelleren Menschen, sondern verwurzelte. Keine lauteren Stimmen, sondern weise Herzen. Keine Helden des Durchhaltens, sondern Menschen, die aus ihrer Mitte leben. Vielleicht ist das die große Einladung für das kommende Jahr 2026. Zurück in die innere Burg. Zurück in das, was wir vergessen haben. Zurück in das, was uns heilt und führt. Willkommen in Gottes bleibender Gegenwart! Er ist da – egal was kommt. Und wir dürfen in Ihm schon jetzt wohnen!
Alexander Schlüter

Unser Land mit in die innere Burg nehmen
Unser Land mit in die innere Burg nehmen
Unser Land mit in die innere Burg nehmen
Nachdem wir selbst unseren Platz in der inneren Burg gefunden haben, wollen wir nun unser Land vor Gott tragen und es bewusst in seinen Schutzraum hineinnehmen. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf Gottes Wirken im kommenden Jahr und lernen, es wahrzunehmen – auch dort, wo der Heilige Geist über dem Chaos schwebt, um schöpferische Ordnung hervorzubringen (1Mo 1,2). Mit uns sind Millionen von Engeln, die für dieses Land stehen.
Wir geben unserem Land, unserer Gesellschaft und unseren Verantwortungsträgern einen festen Platz in unseren Herzen. Nicht Enttäuschung soll uns bestimmen, sondern ein freies, kraftvolles Herz, das mitträgt, segnet und Menschen und Umstände verwandeln vermag. So wollen wir dieses Land im Gebet durch das neue Jahr begleiten.
Lieber Vater, wir freuen uns auf 365 Tage mit dir! Segne unser Land mit deinem Frieden. Wir befehlen Deutschland deinem Schutz an. Komm Geist der Weisheit, um unseren Politiker, Entscheidungsträgern und Aktiven in der Wirtschaft zu helfen. Lasst uns beten, dass sie eine Begegnung mit Weisheit haben (siehe Spr 9,1-6). Wir beten für Ruhe, Wachstum und ein neues Aufblühen. Dass Gottes Ordnung im Chaos erkennbar wird. Wir segnen alle Menschen in diesem Land mit Liebe. Menschlichkeit und Gerechtigkeit sollen neu erwachen. Lieber Vater, wir bergen dieses Land in deiner Burg und unter deinem Schutz (2Sam 22,33).
Alexander Schlüter

Wirtschaft
Wirtschaft
Die Bundesregierung hat seit ihrem Regierungsantritt Ende Februar die Stromsteuer und Netzentgelte etwas gesenkt. Ab 2026 gibt es einen befristeten Industriestrompreis. Und es wurden erweiterte Abschreibungsmöglichkeiten und zukünftige Steuersenkungen für Unternehmen durch den Bundestag gebracht. Mit den Maßnahmen werden im Wesentlichen Symptome behandelt, aber keine Strukturen reformiert, die die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie grundlegend verbessern. Die Beschlüsse sind teuer, ziehen höhere Sozialabgaben, Steuern und Staatsschulden nach sich, die die Handlungsfähigkeit des Staates und den Wirtschaftsstandort absehbar weiter beeinträchtigen. 2025 haben etwa 24000 Firmen Insolvenz angemeldet und es gingen weit über 100000 Industriearbeitsplätze verloren. Wir erleben die ersten Versorgungslücken im Alltag, die in unserem Überangebot noch wenig ins Gewicht fallen, aber Schatten vorauswerfen, die andere Firmen und die europäische Wirtschaft mit sich ziehen. Gleichzeitig wächst die Beschäftigung in öffentlich finanzierten Bereichen, womit die Schere zwischen Staatseinnahmen und -ausgaben weiter auseinandergeht.
Deutschland steckt nicht nur in der schwersten Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik, sondern in einer massiven Vertrauenskrise von Unternehmern und der Bevölkerung. Wirtschaft braucht Planungssicherheit, die durch wechselnde politische Eingriffe nicht mehr gegeben ist. Nach einem aktuellen INSA-Meinungstrend sieht die Mehrheit der Bevölkerung den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie als Fehler an. Zwei Drittel meinen, dass das Ausmaß an Migration Deutschland deutlich überlastet. Ebenso lehnen zwei Drittel der Befragten das Verbrenner-Aus ab, das die EU-Kommission nun zur Diskussion stellt.
Gebet:
- Wo unser materieller Wohlstand wegbricht, möchte Gott umfassenderes Wohlergehen für uns (Ps 36,6-10)
- Um Mut, Schöpferkraft und Vertrauen für Unternehmer (Jes 42,3f)
- Dass Menschen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, den Ruf Gottes für sie hören (Mk 2,14)
Karin Heepen

Rente und Bürgergeld
Rente und Bürgergeld
Das Anfang Dezember beschlossene Rentenpaket umfasst die Ausweitung der Mütterrente mit der Gleichstellung der Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder, eine Aktivrente als Anreiz zu steuerfreiem Zuverdienst und die Stärkung der privaten Vorsorge. Darüber hinaus schreibt es das Rentenniveau über 2031 hinaus bei 48 Prozent fest und wird damit ab 2032 jährlich 15 Milliarden Euro Mehrkosten verursachen. Kritik kam vor allem von den jungen Abgeordneten der CDU an den Folgekosten für die nächste Generation. Arbeitgeberverbände fordern eine grundlegende Reform, die die Belastungsspirale der gesetzlichen Rentenversicherung stoppt. Kurz vor Weihnachten beschloss das Kabinett die Bürgergeldreform, die mit einer Grundsicherung das Bürgergeld ersetzen soll. Sie sieht mehr Sanktionen vor, gibt der Vermittlung in Arbeit Vorrang und ist ebenfalls ein Schritt hin zu mehr Eigenverantwortung.
Beide Reformen sind Kompromisse gegen massiven Widerstand der SPD. Der maßgebliche Dissens zwischen christlich fundierten und sozialistischen Gesellschaftsmodellen, die die Sozialpolitik der letzten Jahrzehnte zunehmend dominieren, ist das zugrundeliegende Menschenbild und ob staatliche Versorgung oder Eigenverantwortung für den Lebensunterhalt Priorität hat. Bundesarbeitsministerin Bas rief in der Diskussion zum Kampf gegen die Arbeitgeber auf. Wer mehr Geld für Soziales ausgeben will, muss die Arbeitgeberseite jedoch stärken, statt Klassenkämpfe zu provozieren.
Gebet:
- Dass wir als Christen Vorbild sind für die Gesellschaft, nicht zuerst auf Vater Staat, sondern auf Gott-Vater für unsere Versorgung zu vertrauen und selbst aktiv zu werden (Ps 118,1-9)
- Dass notwendige Einschnitte die Sozialsysteme konsolidieren und die wirklich Bedürftigen weiter stützen (5Mose 10,18)
- Um einen Ausgleich der Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, der dem Gemeinwohl dient (Phil 2,3f)
Karin Heepen

Künstliche Intelligenz – Herausforderungen und Chancen
Künstliche Intelligenz – Herausforderungen und Chancen
Deutschland steht beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im internationalen Vergleich solide, aber nicht führend da. Im Global-AI-Index belegt die Bundesrepublik einen Platz im oberen Mittelfeld. Staatliche Förderprogramme, starke Forschung und ein hoher Anspruch an ethische Standards bilden eine gute Grundlage. Gleichzeitig zeigt sich Nachholbedarf bei Infrastruktur, Datenverfügbarkeit und vor allem bei der praktischen Nutzung: Noch setzt nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Unternehmen KI produktiv ein, während andere Volkswirtschaften schneller skalieren. Für die deutsche Wirtschaft wird entscheidend sein, Technologie mit Qualifizierung zu verbinden.
KI kann dazu beitragen, Handwerks- und Dienstleistungsberufe für junge Menschen wieder attraktiver zu machen. Administrative Tätigkeiten lassen sich automatisieren, Berufsprofile gewinnen an technischer Tiefe und Gestaltungsspielraum. Im qualifizierten Handwerk kann dies zu einer Aufwertung führen. In Pflegeberufen liegt das Potenzial von KI vor allem in der Entlastung durch bessere Planung und Dokumentation und schafft Freiräume für zwischenmenschliche Zuwendung, sofern strukturelle Reformen damit einhergehen.
Aus biblischer Perspektive bleibt der Mensch in all dem einzigartig und unverwechselbar: Als Ebenbild Gottes ist er nicht auf Funktion oder Leistungsfähigkeit reduzierbar, sondern geschaffen mit Würde, Verantwortung und der Fähigkeit zur Beziehung mit Gott, die keine Maschine nachbilden kann. KI kann unterstützen und erweitern, aber nicht Beziehung, Verantwortung und Gewissen ersetzen. Darüber, und über dem Auftrag des Menschen zu herrschen, zu bebauen und zu bewahren, gilt es zu wachen – ohne Furcht und doch in Bestimmtheit. Alle Technik steht unter dem Auftrag, dem Menschen zu dienen.
Gebet:
- Für deutsche Unternehmen: Mut zu Innovation, Mitarbeiterförderung und verantwortlicher, visionärer Führung (1Tim 2,2; Spr 13,20)
- Für Arbeitnehmer/innen: Lernbereitschaft, Zuversicht und Offenheit für neue Rollen (Phil 4,13; Spr 3,5-6)
- Für uns Jesus-Nachfolger: furchtlos und verantwortungsvoll mitzugestalten – im Gebet und im Alltag (Mt 6,9+10; 1Mo 1,28)
Tanja Frank

Verbunden im Leid und in Verfolgung
Verbunden im Leid und in Verfolgung
Wenn wir über die verfolgten Christen in Nigeria sprechen, reden wir nicht über eine ferne Randnotiz der Weltgeschichte. Wir sprechen über unsere Geschwister – Menschen, die denselben Namen Jesu anrufen wie wir, unter Bedingungen, die wir uns kaum vorstellen können. In den vergangenen Monaten hat sich ihr Leid weiter zugespitzt: Bewaffnete Angriffe extremistischer Gruppen haben Dörfer verwüstet, Häuser und Kirchen niedergebrannt, Familien auseinandergerissen, Pastoren entführt und Kinder zu Waisen gemacht.
Und doch ist das nicht die ganze Geschichte. Die Christen in Nigeria sind nicht schwach. Sie sind stark – nicht durch Waffen oder Einfluss, sondern durch Glauben, Ausharren und eine Hoffnung, die tiefer reicht als Angst und Tod. Während wir im Westen oft mit Erschöpfung und Orientierung ringen, beten sie um Standhaftigkeit für uns. Sie leben ihren Glauben im Risiko und halten dennoch an Liebe, Vergebung und Gemeinschaft fest. Sie erinnern uns daran: Kirche ist kein Gebäude und kein Programm. Kirche ist Leib. Und wenn ein Glied leidet, leiden alle mit (1Kor 12,12-14,26). Diese Verbundenheit ist geistliche Realität. Ihre Tränen und ihr Mut gehen uns etwas an. Wenn wir für Nigeria beten, tun wir das nicht aus der Distanz, sondern als Teil des Leibes Christi.
Gleichzeitig gib es in unserem Land viele Migrantengemeinden aus unterschiedlichen Nationen. Sie sind hier, um mit uns zusammen zu beten. Lasst uns einander entdecken! Gott hat uns zusammengestellt, um gemeinsam zu beten. Lasst uns den Heiligen Geist einladen, unser Denken zu erweitern, damit neue Räume für gemeinsames Gebet entstehen. Und lasst uns an die Seite der verfolgten Christen in Nigeria treten und ihnen in ihrem Leid begegnen.
Alexander Schlüter
Gottes Segen für das neue Jahr 2026!
Alexander Schlüter und Team