Antisemitismus und Israelhass
Anfang Mai stellte die „J7 Global Task Force“ ihren ersten Jahresbericht in Berlin vor. „J7“ wurde im Sommer 2023 ange-sichts des weltweit zunehmenden Anti-semitismus gegründet. Dabei handelt es sich um eine Kooperation aus wichtigen jüdischen Organisationen der Länder, die weltweit die größten jüdischen Gemein-schaften außerhalb Israels beheimaten (USA, Kanada, Großbritannien, Deutsch-land, Frankreich, Argentinien, Australien).
In jedem dieser sieben Staaten sind die Zahlen zu Antisemitismus – 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und 60 Jahre nach der Aufnahme diplomatischer Be-ziehungen zwischen Deutschland und Is-rael – massiv gestiegen. Antisemitisch mo-tivierte Vorfälle, Anstieg von Gewalt, wie-derholtes Zielen auf jüdische Einrichtun-gen und eine Eskalation von digitalem Hass sind dabei in erschreckendem Maße zu beobachten. Als Grund wird vor allem der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 genannt. Ganz offen-sichtlich diente dieser mitunter als Brand-beschleuniger ideologischer oder auch religiöser Überzeugungen, in deren Kern Israel- bzw. Judenhass und Antisemitis-mus von jeher tief verankert sind. Rein rational, gerade auch im Hinblick auf weltweites Kriegsgeschehen, dem die Be-völkerung weitgehend gleichgültig gegen-übersteht, ist diese Entwicklung nicht zu erklären. Die geistliche, ideologische Di-mension, die dahinter liegt, ist im Grunde nicht zu übersehen.
„J7“ wurde im Sommer 2023 angesichts des weltweit zunehmenden Antisemitismus gegründet.
Am 17. Mai belegte die Israelin Yuval Raphael, die selbst eine Überlebende des 7. Oktober 2023 ist, beim Eurovision Song Contest in Basel den 2. Platz. Ihr Auftritt wurde von beschämenden Protesten, Buhrufen und Pfiffen, aber auch von to-sendem Applaus begleitet. Das deutsche Publikum wählte sie auf Platz 1. Was für ein schönes Zeichen, das vielleicht ja et-was vom Titel ihres Liedes transportiert: „New day will rise“ – ein neuer Tag wird anbrechen!
Gebet:
- Für das Anbrechen eines neuen Ta-ges in punkto Antisemitismus und Is-raelhass in Deutschland. Lasst uns diesen „Kampf“ im Geist kämpfen und gleichzeitig für klare Maßnah-men zur Prävention, Ahndung und Nichtduldung von Vorfällen beten. (Eph 6,12, Jes 5,20)
- Für das Anbrechen eines neuen Ta-ges für die Geiseln durch eine baldige Freilassung aus der Gewalt der Ha-mas. (Jes 61,1)
- Für das Anbrechen eines neuen Ta-ges für die Überlebenden des 7. Ok-tobers und eine Begegnung mit dem lebendigen Gott, der Hoffnung, Hei-lung, Befreiung und Erlösung für sie bereithält. (Ps 147,3)
Tanja Frank