Unsere Gesellschaft wirkt gefangen in Gegensätzen: Links gegen rechts, richtig gegen falsch, gut gegen böse. Überall wird gestritten: „Der hat Recht!“ – „Der hat Unrecht!“ Doch diese Kämpfe spalten uns nur tiefer und lassen uns müde zurück. Wir denken oft: Wenn wir nur alles richtig erkennen würden, könnten wir auch alles ändern. Aber das ist eine Illusion. Menschliche Analysen retten nicht. Was wir brauchen, ist kein noch besseres Argument, sondern Nähe, Verbundenheit und Vertrauen sowie eine Perspektive von Gott.

Gott lädt uns ein, mit ihm zusammen zu beten. Weg von menschlichen Debattengebeten, in denen wir Ihm erklären, wie wir die Lage sehen, hin zu einem einfachen und tiefen Vertrauen: „Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe.“ Diese Worte reichen. Sie verlagern den Fokus von unserem Recht- Haben-Müssen hin zu Gottes souveränem Handeln. Sie erinnern uns: Wir tragen die Welt nicht auf unseren Schultern. Wir dürfen loslassen. Wir müssen nicht die ganze Schwere tragen. Gott ist der Herr der Geschichte – nicht wir. Und so dürfen wir beten: Danke, dass Du alles machst. Wenn wir uns nicht mehr in „richtig“ und „falsch“ aufreiben, entsteht Raum für eine neue Dimension, die Neues zu schaffen vermag… und eine neue Perspektive eröffnet. Lasst uns in diesem Sinne für unseren Kanzler, die Regierung, unser Land und für die Menschen, die Verantwortung tragen beten und hinhören, was der Himmel betet und wie wir uns mit ihm eins machen können.

Alexander Schlüter