Winde der Veränderung – Gebet für den Iran

Seit vielen Tagen gehen im Iran Menschen auf die Straße überall im Land. Der Aufstand gegen die Islamische Republik Iran ist ein wahrhaft historischer Moment. Was als Protest begann, hat sich zu einer landesweiten Bewegung entwickelt, die inzwischen weite Teile des Landes erfasst hat. Aus Protest ist ein Aufschrei geworden und aus Angst Mut, der sich nicht mehr so leicht zurückdrängen lässt. Berichte sprechen von harter Gewalt, vielen Festnahmen und gezielten Informationssperren durch das Regime. Millionen von Menschen riskieren ihr Leben, um ein Regime herauszufordern, das auf Angst und Unterdrückung gegründet ist. Dass Tausende Demonstrierende getötet oder verhaftet wurden und die Regierung zeitweise das Internet im ganzen Land abgeschaltet hat, zeigt deutlich, unter welchen Druck das Regime gekommen ist.

Große Teile der westlichen Medien haben in den ersten Tagen das Geschehen nahezu vollständig ignoriert. Während sonst oft sehr schnell und deutlich Kritik an Israel und den USA geäußert wird, fällt auf, wie zurückhaltend viele Stimmen bleiben, wenn es darum geht, sich gegen die Unterdrückung und Gewalt des iranischen Regimes zu positionieren – selbst dann, wenn dies keine politische Parteinahme, sondern ein Eintreten für Menschenwürde und Freiheit wäre. Über Jahre hinweg wurde der Konflikt in Gaza mit großer Intensität und Dauerpräsenz begleitet, während die ersten Tage der landesweiten Proteste im Iran kaum Beachtung fanden. Dieses Ungleichgewicht wirft Fragen auf, wo die bekannten Stimmen, die sich sonst leidenschaftlich für Gerechtigkeit einsetzen, hörbar sind?

Warum hören wir so wenig von jenen, die zuvor laut für Freiheit auf die Straßen gegangen sind, jetzt, wo so viele Menschen im Iran genau danach rufen?

Das Mullah-Regime herrscht seit der Islamischen Revolution von 1979. Inmitten von Kontrolle und Furcht wächst Hoffnung auf eine Veränderung, die sich nicht mehr einsperren lässt. Seit Jahren hören wir davon, dass die Kirche im Iran trotz Verfolgung wächst, oft verborgen, in Hausgemeinden, leise und gleichzeitig erstaunlich kraftvoll. Schätzungen über die Zahl der Christen variieren stark, aber die Dynamik wird von vielen Beobachtern als bemerkenswert beschrieben!

Wir leben in einer komplexen Zeit. Umso mehr braucht es ein waches, reines Gebet. Nicht aus Wut und Angst heraus, sondern aus Liebe, Wahrheit und Klarheit. Lasst uns beten, dass die richtigen Stimmen Gehör finden – im Land selbst und in der internationalen Öffentlichkeit, dass unsere Politiker weise handeln und ihren Einfluss geltend machen; dass Gewalt gestoppt wird und dass Türen aufgehen, die niemand erzwingen kann, aber die Gott öffnen kann.

Als Gebetsnetz, welches für die Politik und Gesellschaft unseres Landes eintritt, beten wir nur selten für Ereignisse außerhalb Deutschlands. Hier wollen wir aber ganz bewusst an die Seite unserer Geschwister rücken - nicht zuletzt auch an die Seite der vielen bei uns im Land lebenden Brüder und Schwestern, die aus dem Iran fliehen mussten.

Gebetsschwerpunkte:

  • Schutz für die mutigen Demonstrierenden und ihre Familien, Journalisten und alle, die bedroht werden.
  • Trost und Standhaftigkeit für die verfolgten Christen. Mut zur Liebe, wo Hass regieren will.
  • Dass Wahrheit ans Licht hervorkommen, Lügen entlarvt werden und das Land nicht in Dunkelheit und Zensur erstickt. Für die vielen jungen Menschen (die Hälfte der Bevölkerung ist unter 30 Jahre alt), dass sie in Freiheit aufwachsen dürfen.
  • Für Deutschland: dass wir uns richtig positionieren, nicht nur wirtschaftliche Interessen zeigen und Mut beweisen.
  • Für einen Wandel und einen neuen Tag für den Iran dass Winde der Veränderung von Gott ausgehen und eine neue Zukunft möglich wird, in der Recht und Freiheit möglich werden.

„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!“ (Jesaja 60,1) Herr Jesus, erbarme dich über den Iran. Lass deine Friedensherrschaft aufgehen – in Herzen, Häusern, Straßen und Institutionen. Öffne Wege, die Menschen nicht sehen. Und halte deine Kinder fest, mitten in der Nacht.

Alexander Schlüter

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