Gebetsbrief Dezember 2025
Liebe Freunde,
die Adventszeit steht vor der Tür. Und in den letzten Wochen des Jahres 2025 darf unser Blick neu auf Jesus ruhen. Ist Er nicht derjenige, der unsere Zukunft hält? Ist es nicht bei Ihm, dass wir Sicherheit, Orientierung und das rechte Beten finden?
Unsere Augen und Ohren sind in diesen Zeiten oft so gefüllt und überfordert, dass scheinbar kaum Raum bleibt, Jesus wirklich zu begegnen. Doch gerade jetzt dürfen wir uns diese Zeit nehmen. Wir möchten euch ermutigen, Ihn im Alltag wahrzunehmen – in der Stille wie auch im Trubel, im Kleinen wie im Großen. Denn Sein Friedensreich ist – aller Dunkelheit zum Trotz – längst angebrochen. Und wer sich Ihm zuwendet, wird neu von diesem Licht erfasst.
Neben dem Gebetsbrief findet ihr noch ein Sonderblatt im Anhang, welches das Stehen in den gesellschaftlichen Spannungen dieser Tage aufgreift.
Alle Augen auf Ihn!
Wir wünschen euch eine reich gesegnete Adventszeit!
Alexander Schlüter, Johann-Christian Fromme und Stefanie Power
P.S.: Hier findet ihr unseren mobilen Gebetsbrief.

„Ich bin das Licht der Welt.“
„Ich bin das Licht der Welt.“
Durch die in der Bibel beschriebenen Umstände weiß man ziemlich genau, dass Jesus nicht in dieser Jahreszeit geboren wurde. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich der Vater auch gerade bei diesem so zentralen Ereignis an seinen Kalender, der durch die jüdischen Feste – richtiger gesagt die „Feste des Herrn“ – bestimmt wird, gehalten hat. Jesu Geburt ist daher eher in der Zeit des Laubhüttenfestes, d.h. September/Oktober zu verorten. Dennoch feiern wir in Kürze Weihnachten und gehen voller Zuversicht in die nun anstehende Adventszeit. In Deutschland haben wir die Gnade, „richtige“ Jahreszeiten erleben zu dürfen. Manchmal ist es jedoch sehr fordernd, wenn das Tageslicht immer weniger wird. Genauso oder noch stärker fordernd ist die wachsende, allgemeine Dunkelheit in der Welt, die noch in der Hand der Sünde und des Todes zu sein scheint.
Ich möchte euch heute einladen, die Perspektive zu wechseln und das ungeheuer starke Licht der Erlösung bewusster wahrzunehmen. Dieses reicht meilenweit über die Kraft der Adventslichter hinaus, die uns eine festliche und heimelige Atmosphäre vermitteln können. Gott ist Licht, absolutes, reines Licht. Es gibt kein „Stäubchen“ von Finsternis in ihm. Und das (ziemlich) Unfassbare ist, dass eben genau dieses Licht durch Jesus auch in uns ist und sich unaufhaltsam ausbreitet.
Der „Widersacher“ hat nur noch eine einzige Waffe, die Lüge. Er versucht beständig, unser Bewusstsein mit Negativem zu beschäftigen, damit wir die uns vom Vater selbst verliehene, ungeheure Macht und Autorität nicht sehen und gedanklich und verbal in die Litanei der Finsternis mit einsteigen, obwohl Gottes Licht in uns, auf der Erde und im gesamten Kosmos so viel heller ist. Genau gesagt, steht es in überhaupt keinem Verhältnis zur Dunkelheit.
Ich muss da auch an die Geschichte von Elisa und seinem Knecht denken, der zunächst die Übermacht der himmlischen Heerscharen nicht wahrnehmen konnte, weil seine Augen nur auf das Natürliche gerichtet waren. Ich möchte euch einladen, euch im Dezember jeden Morgen (oder durch den Tag) ein paar Minuten Zeit zu nehmen und über das Licht Gottes, seine überwältigende Herrlichkeit in uns und die Auswirkungen dessen nachzusinnen. Vielleicht mögt ihr auch die Eindrücke aus diesen Zeiten sammeln und mir mitteilen, am einfachsten online auf der Webseite oder per Mail, damit wir uns in dieser Jahreszeit gegenseitig ermutigen und auf das neue Jahr einstimmen können. Wer ist dabei?
Alexander Schlüter

Deutschland in der Spannung – Brandmauer oder Brücke?
Deutschland in der Spannung – Brandmauer oder Brücke?
Deutschland ringt mit sich selbst. Die Frage, wie wir mit der AfD umgehen, durchzieht Politik, Medien und Familiengespräche. Die einen pochen auf eine Brandmauer – aus der Sorge um Demokratie. Die anderen wollen genau diese Mauern einreißen – aus Sorge um Demokratie. Beides sind Zeichen derselben Verunsicherung. Wir erleben eine Spaltung, die sich nicht nur an einer Partei festmacht. Viele fühlen sich moralisch bewertet, vorschnell abgestempelt und nicht gehört. Über 60 Prozent der Menschen haben ein Gefühl der Einschränkung, ihre Meinung frei zu äußern. Wokeness, Canceln, Denkverbote, aber auch pauschale Verachtung „der Eliten“ haben Vertrauen erschüttert. Der öffentliche Rundfunk steht deutlich in der Kritik, und zugleich wächst ein destruktiver Kulturkampf, der die gesellschaftliche Mitte ausfranst. Doch Brandmauern allein lösen kein einziges Problem. Stigmatisierung greift immer weniger und Erneuerung ist unumgänglich. Gleichzeitig dürfen demokratische Grundwerte nicht relativiert werden. Was wäre also ein Weg nach vorne? (1) Eine neue Gesprächskultur: Zuhören, bevor man urteilt. Nicht moralisch ausgrenzen, sondern verstehen wollen. (2) Selbstkritik auf allen Seiten: Wir alle tragen Verantwortung für die Verhärtungen – nicht nur „die anderen“. Wir sind eingeladen, neu zu denken. (3) Politische Erneuerung: Mut zu echter Debatte, zu wirtschaftlicher Neuaufstellung, zu Lösungen statt Lagerdenken, zu einer verbindenden Identität. Die Frage, was uns als Gesellschaft zusammenhält darf wieder gestellt werden. Freiheit ist unbequem. Demokratie ist mühsam. Doch nur dort, wo wir Brücken bauen statt Mauern, kann ein Land neu aufstehen.
Gebet:
Lasst uns nach Gottes Bauplan für unser Land fragen. Kann es sein, dass wir selbst mit unserem Leben Architekten einer neuen Zeit werden? Wie kann das aussehen? (Heb 8,5; 1Kor 3,10).
Alexander Schlüter

Energieversorgung
Energieversorgung
Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in Deutschland lag im Jahr 2024 bei etwa 57 Prozent. Während der ersten Dunkelflaute des Winterhalbjahres Anfang November erzielten Wind- und Solaranlagen im Minimum nur 0,35 % ihrer installierten Leistung. Während im windreichen Oktober noch über 15 GW ins Ausland abgeführt wurden, mussten Anfang November bis zu 14 GW aus der EU zugekauft und die heimischen Kohle- und Gaskraftwerke auf über 32 GW hochgefahren werden. Nach der Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke und dem geplanten Kohleausstieg bis 2038 sollen laut aktueller Kraftwerksstrategie der Bundesregierung bis 2031 neue Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 10 GW als Reserve dienen, um das Stromnetz stabil zu halten. Die Bundesnetzagentur rechnet mit einer notwendigen Reservekapazität von bis zu 35 GW. Und Deutschland wird damit neben Wind und Sonne fast vollständig von ausländischem Gas und Strom abhängig sein.
Infolge staatlicher Eingriffe in den Markt und fehlender Befüllungsaufträge liegt der Füllstand der Gasspeicher zu Beginn dieses Winters nur bei rund 73%. Im Frühjahr 2025 hatte die Bundesregierung die gesetzliche Vorgabe von 90% für den 1. November gestrichen. Laut einer aktuellen Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes entfällt zum 1.1.2026 zudem die Gasspeicher-Sicherheitsumlage, mit der der Staat eigene Speicherbefüllungen finanziert hat. Damit wurden zwei Sicherungsmechanismen ersatzlos gestrichen und die Betreiber warnen vor Engpässen in der Gasversorgung bei einem kalten Winter.
Energieversorgung gehört zur Grundversorgung wie Nahrung, Kleidung und Wohnen, für deren sichere Rahmenbedingungen eine Regierung die oberste Verantwortung hat. Die Klimapolitik kostet Deutschland jedes Jahr Milliarden. Während die Maßnahmen auf wachsenden Widerstand stoßen, ist deren wissenschaftliche Grundlage – die vom Menschen durch CO2-Emissionen verursachte Erderwärmung – umstritten. Als Christen wissen wir, dass wir von Gott als Haushalter für diese Welt eingesetzt sind und ohne den Schöpfer nicht die Schöpfung retten werden. Wissenschaft kann die Zukunft nur sehr bedingt vorhersagen, aber der Herr kennt sie und will darin Seine Wege offenbaren.
Gebet:
- Dank für die hervorragende Infrastruktur, die Deutschland als Industrienation stark gemacht hat (5Mo 28,12-14)
- Buße über ideologisch motivierte Fehlentscheidungen, die Industrie und Grundversorgung des Landes gefährden (Hiob 34,24-28)
- Bitte um Gnade im Gericht und ein verantwortliches Umsteuern (Hebr 12,26f).
Karin Heepen

Wenn das Leben zerbrechlich wird – Sterbehilfe
Wenn das Leben zerbrechlich wird – Sterbehilfe
Wir leben in einer Zeit, in der Belastbarkeit zum Maßstab der Würde geworden ist. Was funktioniert, hat Wert. Was schwach ist, erscheint überflüssig. In diesem Klima wächst der Wunsch nach Sterbehilfe oft nicht aus Freiheit, sondern aus Erschöpfung, Einsamkeit oder dem Gefühl, eine Last zu sein. Doch die gesellschaftliche Sehnsucht nach dem „schnellen Ende“ birgt Gefahren, die tiefer reichen als die rechtliche Debatte vermuten lässt.
Die größte Gefahr liegt in einer Kultur, die verlernt, dass auch ein verletztes Leben kostbar bleibt. Wenn wir beginnen, Leben nach Nützlichkeit zu bemessen, verlieren wir den innersten Kern menschlicher Würde. Schmerz wird nicht mehr als Teil des Menschseins betrachtet, sondern als Defekt, der beseitigt werden muss. Doch ein Leben mit Wunden kann tief, heilig und voller verborgener Schönheit sein – nicht trotz, sondern durch seine Zerbrechlichkeit.
Wenn Sterben zur Option wird, die „nicht zur Last fallen“ soll, entsteht subtiler Druck – besonders auf Alte, Einsame und Menschen mit Behinderung oder chronischem Schmerz. Die Frage „Darf ich gehen?“ wird zu „Sollte ich gehen?“ Das ist die stille Lebensfeindlichkeit unserer Zeit.
Wir glauben, Schmerz entwerte das Dasein und vergessen, dass Schmerz auch verbindet und menschlich macht. Was wir wirklich brauchen, ist nicht eine leichtere Tür zum Tod, sondern tiefere Räume für das Leben. Räume, in denen Schwäche kein Makel, sondern Einladung zu Nähe ist. Wir dürfen neu entdecken, dass das Leben selbst dann Würde hat, wenn es nicht glänzt. Lebensfreude entsteht nicht aus Perfektion, sondern aus Verbundenheit. Lebensmut wächst nicht aus Schmerzfreiheit, sondern aus Sinn. Und die tiefste Würde eines Menschen strahlt oft genau dort, wo er am verletzlichsten ist. Eine humane Gesellschaft ist nicht die, die den Tod erleichtert, sondern die das Leben vertieft.
Gebet:
Lasst uns für neuen Lebensmut beten, für eine Gesetzgebung, die das Leben schützt und für einen neuen lebensbejahenden Umgang mit Schwäche und Schmerz.
Alexander Schlüter

Pathologisierung des Ich
Pathologisierung des Ich
Immer mehr Menschen deuten normale Lebensregungen als psychische Störung. Trauer, Stress oder Überforderung gelten nicht mehr als Bestandteil menschlicher Erfahrung, sondern als Diagnosekandidaten. Der öffentliche Diskurs – befeuert durch soziale Medien – popularisiert Begriffe wie ADHS, Trauma oder Narzissmus und verflacht zugleich ihre klinische Bedeutung. Studien zeigen: Die Diagnoseschwelle sinkt, Selbstdiagnosen nehmen zu, während tatsächliche psychische Erkrankungen teilweise verharmlost werden.
Fachleute warnen vor einer therapeutisierten Kultur, in der Psychotherapie zum Standardangebot wird und Diagnosen Identität stiften. Das führt zu überlasteten Versorgungssystemen und zu einer Sicht auf den Menschen, die komplexe Gefühle vorschnell medizinisiert. Nicht jede Krise ist eine Krankheit; nicht jeder Schmerz verlangt eine Therapie.
Als Christen wissen wir: Der Mensch ist mehr als seine Verletzlichkeit. Gott lädt uns ein, in unserer Schwäche zu Ihm zu kommen. Und er lädt uns ein, Ihm darin zu begegnen. Lasst uns für eine Gesellschaft beten, die zwischen echter Krankheit und normalem Menschsein wieder unterscheiden lernt und dass wir als Jesus-Nachfolger darin als lebendige Zeugnisse und Vorreiter fungieren und Hilfestellung, sowie Orientierung geben können.
Gebet:
- Für die junge Generation, die Orientierung sucht (Mt 7,7; Joh 10,10)
- Dass das Evangelium der Erlösung und Errettung in unseren Herzen praktisch wird (Jes 53,4-6; Röm 1,16)
- Für eine Zunahme der Zeugniskraft und „Leuchtturm-Funktion“ des Leibes Jesu (Mt 5,13ff, Mt 9,35ff).
Tanja Frank

Unsere Finanzen
Unsere Finanzen
Liebe Freunde, wir hatten euch zugesagt, uns zu melden, wenn es finanziell enger wird und tatsächlich ist es schon länger her, dass wir diesbezüglich auf euch zugekommen sind. Danke für euer Mittragen. Doch jetzt zum Jahresende wird es finanziell knapp bei uns. Darum möchten wir euch heute herzlich bitten, zu prüfen, ob ihr die Arbeit des Wächterrufs unterstützen mögt. Eure Hilfe würde uns jetzt sehr stärken. Anfang nächsten Jahres werden wir euch noch einmal ausführlicher Einblick in unsere Finanzen geben. Wenn ihr einen Betrag säen könnt, macht ihr für uns einen echten Unterschied. Von Herzen sagen wir: Danke!
Und so könnt ihr Spenden:
- Banküberweisung: Bankverbindung: Wächterruf e.V. – IBAN: DE73 6129 0120 0464 0500 06 – BIC: GENODES1NUE
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Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!
Alexander Schlüter und Team