Unsere Welt im Wandel - Beten mit Gottes Weisheit
Wir stehen an einer Schwelle. Die alten Karten reichen nicht mehr aus, aber das neue Terrain ist noch nicht in den Blick gekommen. Es geht nicht in erster Linie darum, schneller zu werden, sondern darum, in dieser Übergangszeit anders zu erleben, zu denken, zu beten und Mensch zu sein. Wir arbei-ten in einer Zeit, für die noch keine endgültige Landkarte gezeichnet wurde. Politisch, ökologisch und technologisch entwickelt sich unsere Welt mit atemberaubender Geschwin-digkeit. Niemand weiß mit Gewissheit, wie unser Leben in einem Jahrzehnt aussehen werden. Alte Systeme zu optimie-ren, wird keine neue Welt hervorbringen. Wir wurden ge-prägt von einem Denken, das auf Problemlösung, Effizienz, Leistung und messbare Ergebnisse ausgerichtet ist. Doch vielleicht brauchen wir heute eine andere Form von Intelli-genz. Eine andere Weise, Mensch zu sein. Wir brauchen Intuition und Kreativität. Begegnung und Empathie. Die Fä-higkeit, Verletzlichkeit auszuhalten und im Unbekannten gegenwärtig zu bleiben. Wir brauchen ein Bewusstsein, das weiter reicht als das unmittelbar Messbare und Machbare – ein Bewusstsein, das offen ist für Gottes Weisheit und sich von ihr leiten lässt.
Wir brauchen eine ganz neue Perspektive – auch in unserer Fürbitte.
Ich glaube, wir brauchen eine ganz neue Perspektive – auch in unserer Fürbitte. Und vielleicht be-ginnt alles damit, dass jemand etwas Neues sieht. Bevor ein neuer Gedanke entstehen kann, muss sich unser Blick verän-dern. Bevor wir einen neuen Weg finden können, müssen wir wahrnehmen, dass es einen anderen Weg geben könnte. Das Neue wird oft nicht deshalb übersehen, weil es nicht da ist, sondern weil unser Blick noch auf das Vertraute gerichtet ist. Wir brauchen deshalb einen Zugang zu einer Weisheit, die größer ist als unser bisheriges Denken – zu Gottes Weis-heit und zu dem, was er für unsere Zukunft bereithält. Wir brauchen ein Bewusstsein, das lernt, Gottes Perspektive immer mehr wahrzunehmen. Eine Weisheit, die uns hilft, Fragen zu stellen, auf die wir mit unseren bisherigen Denk-weisen noch gar nicht gekommen sind. Eine Weisheit, die uns befähigt, über das hinauszusehen, was vor Augen liegt, und Möglichkeiten wahrzunehmen, die bisher außerhalb unseres Horizonts lagen.
Gebet:
Lasst uns beten, dass Jesus unseren (geistlichen) Blick für unser Land weitet und uns befähigt, Zukunft aus seiner Perspektive wahrzunehmen. Erfüllt von seiner Schöpfer- und Auferstehungskraft sprechen wir neues Leben ins Land. (Hab 2,1-2; Jer 29,11; Spr 8)
Alexander Schlüter