Im Wasser der Unsicherheit

Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Es geht drunter und drüber. Die Wellen schlagen über dir zusammen – in der Welt, aber manchmal auch ganz persönlich. Wir möchten verstehen, was passiert. Wir suchen nach Lösungen, planen voraus und versuchen, die Dinge unter Kontrolle zu halten. Doch manches lässt sich nicht kontrollieren. Die Wellen kommen, ob wir bereit sind oder nicht. Und Gottes Einladung ist, loszulassen und tiefer zu vertrauen. Wir müssen nicht für jeden Umstand eine Erklärung finden. Wir müssen nicht wissen, wie die nächste Welle aussieht. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott auch dort wirkt, wo wir selbst keinen Ausweg sehen. Denn wir sind nicht selbst dafür verantwortlich, uns durch alles hindurchzutragen. Wir werden getra-gen. Das verändert auch unsere Fürbitte. Wir müssen Gott nicht erklären, wie er unser Land, unsere Familien oder unser eigenes Leben verändern soll. Wir dürfen loslassen und ihm zutrauen, dass er seinen Weg mit uns kennt. Während die Wellen über uns gehen – mal sind wir oben, mal unten – kann etwas Neues entstehen. Eine Sicherheit, die nicht mehr auf Kontrolle, nicht auf un-serer Leistung und nicht darauf beruht, dass wir alles im Griff haben. Sondern auf der Gewissheit, dass wir nicht allein sind und immer gehalten werden. Vielleicht führt uns gerade der Verlust von Kontrolle in einen tieferen Raum des Vertrauens, in dem wir nicht mehr gegen jede Welle ankämpfen, sondern Gott und dem Leben vertrauen dürfen. Die Wellen tragen uns nicht von Gott weg, sondern zu ihm hin – zu einem Leben in seinen Händen. „Darum sorgt euch nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.“ Matthäus 6,34

Alexander Schlüter