Junge Menschen entdecken den Glauben neu
In Frankreich und England ist derzeit ein bemerkenswerter geistlicher Wandel zu beobachten. Fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit kehren immer mehr junge Menschen – besonders im Alter von 18 bis 25 Jahren – in die christlichen Kirchen zurück. Dieser Trend wird oft als „stille Erweckung“ (Quiet Revival) bezeichnet. Still deshalb, weil er nicht laut oder politisch auftritt, sondern aus einer inneren Sehnsucht heraus entsteht.
In England hat sich die Zahl der regelmäßigen jungen Kirchgänger zwischen 2018 und 2024 vervierfacht. Besonders auffällig ist der Anstieg monatlicher Gottesdienstbesuche unter 18- bis 24-Jährigen. Kirchen, die lange als überaltert galten, erleben plötzlich eine neue Generation, die fragt, sucht und bleibt.
In Frankreich meldete die katholische Kirche für 2025 einen historischen Höchststand an Erwachsenentaufen – vor allem unter jungen Erwachsenen. In der Fastenzeit füllen sich viele Kirchen mit jungen Menschen, die bewusst Glaubenswege gehen, oft ohne religiöse Sozialisation in der Kindheit.
Als Ursachen werden eine tiefe Sinn- und Identitätssuche, das Bedürfnis nach echter Gemeinschaft und eine Gegenbewegung zur stark säkularisierten, fragmentierten Gesellschaft genannt. Auffällig ist auch, dass „konservativ“ für viele junge Menschen nicht Enge, sondern Orientierung und Halt bedeutet. Was hier geschieht, ist ein leiser Hinweis darauf, dass geistliche Sehnsucht selbst in säkularen Kontexten neu erwacht.
Gebet:
- Für junge Menschen in Europa: dass ihre Suche nach Sinn, Wahrheit und Gemeinschaft in Gottes Liebe Halt findet und tragfähige Glaubenswurzeln wachsen. (Gal 4,6)
- Für die Kirchen in Deutschland und Europa: um Weisheit, Offenheit und geistliche Reife, damit sie diese Generation gut begleiten, integrieren und nicht überfordern. (Mal 3,24a)
Alexander Schlüter
Mit Liebe für unser Land
Alexander Schlüter und Team