Gebet für den Iran und den Nahen Osten

Seit Tagen verdichtet sich die Lage im Nahen Osten. Heute Morgen haben Israel und die USA dann koordinierte Luftangriffe auf den Iran begonnen. Nach übereinstimmenden Berichten richteten sich die Angriffe gegen militärische Einrichtungen: Raketendepots, Luftabwehrsysteme und Ziele in der Nähe von Regierungsgebäuden in Teheran. Anders als bei früheren Eskalationen geschahen die Angriffe tagsüber und nahezu zeitgleich an mehreren Orten. Die iranische Bevölkerung in Teheran wurde offiziell dazu aufgerufen, die Stadt – wenn möglich – zu verlassen.

Israel und die USA begründen ihr Vorgehen mit der Bedrohung durch das iranische Atom- und Raketenprogramm. Israels Regierung spricht von Selbstschutz, US-Präsident Trump erklärte, diplomatische Bemühungen seien gescheitert und der Bau von Atomwaffen müsse verhindert werden. Zugleich richtete er einen indirekten Appell an das iranische Volk, einen politischen Wandel zu wagen.

Der Iran reagierte mit Gegenschlägen: Raketenangriffe auf Israel sowie Angriffe auf US-Stützpunkte in Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain. In Israel, dem Westjordanland und teils auch im Irak kam es zu wiederholtem Luftalarm. Der Alltag vieler Menschen ist massiv eingeschränkt.

Über den Zustand der iranischen Führung gibt es widersprüchliche Informationen. Berichte über Angriffe nahe des Amtssitzes von Ayatollah Chamenei sorgen für Spekulationen, sein Tod ist jedoch nicht bestätigt. Iran spricht von zivilen Opfern, darunter Kinder; die Zahlen lassen sich bislang nicht unabhängig überprüfen. Vieles deutet darauf hin, dass diese Angriffe mehr sind als ein begrenzter militärischer Schlag. Manche sprechen vom Beginn eines ernsthaften Machtkampfes um den Iran. Mehrere Kriegstage scheinen wahrscheinlich. Die Situation ist gefährlich, unübersichtlich und von großer Tragweite für die gesamte Region. Dabei dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, was das Regime seinem eigenen Volk angetan hat. Proteste wurden brutal niedergeschlagen, Menschen verfolgt, inhaftiert und getötet. Das Leid der Zivilgesellschaft ist groß. Und doch hören wir, dass viele Iranerinnen und Iraner Hoffnung schöpfen – in der Sehnsucht, dass ein unterdrückendes System ins Wanken gerät und sich ein Raum für Freiheit öffnet.

Gleichzeitig bleiben große Fragen offen: Wer übernimmt Verantwortung, wenn sich Machtverhältnisse verschieben? Wird es zu Chaos oder zu einem gerechten Wandel kommen? Dass das Regime bislang nicht all seine militärischen Mittel eingesetzt hat, macht die kommenden Tage besonders ungewiss. Eine weitere Eskalation ist möglich.

Geburtshelfer im Gebet

Beten heißt, mit einem offenen und mitfühlenden Herzen in die Not dieser Zeit einzutreten. Wir bringen die Angst, das Leid und auch die Hoffnung der Menschen vor Gott – nicht aus Distanz, sondern in innerer Verbundenheit. Dabei sind wir eingeladen, zuerst auf unser eigenes Herz zu achten. Gott möchte unsere Herzen berühren und formen. Es genügt nicht, gut informiert zu sein oder klare Meinungen zu haben. Unser Herz ist der Ort, an dem Neues entstehen kann. Hier dürfen wir uns mit Gottes mitfühlendem Herzen verbinden. Deshalb ist es wichtig, wachsam zu bleiben und innerlich nicht „zwischen die Fronten“ zu geraten. Politische Entscheidungen und militärische Handlungen sind komplex, und wir kennen nie alle Hintergründe. Doch wir müssen nicht alles verstehen, um richtig zu beten. Viel wichtiger ist es, sich bewusst an Gottes Herz anzuschließen. Wenn wir so lernen, mit Gottes Augen zu sehen, wächst etwas in uns, was nicht spaltet, sondern verbindet. Wahrheit braucht mehr als korrekte Informationen – sie braucht Weisheit, Demut und ein Herz, das von Gnade geprägt ist (vgl. Jakobus 3,17). So bewahren wir uns vor vorschnellen Urteilen, Polarisierung und innerer Verhärtung.

Lasst uns im Gebet daher nicht nur um politische Lösungen bitten, sondern um verwandelte Herzen – beginnend bei unserem eigenen. Um Herzen, die Wahrheit lieben, ohne die Liebe zu verlieren; die Leid wahrnehmen, ohne hart zu werden; und die Frieden in sich tragen, auch mitten in einer unruhigen Welt…und so Gottes Absichten zur Geburt bringen! Wir dürfen uns mit Gottes höherer Weisheit in dieser Zeit verbinden und Geburtshelfer seiner Absichten in dieser Zeit zu sein. Lasst uns zunächst innerhalten, hinhören, unser Herz wahrnehmen, mitfühlen und im Geist beten.

Gebet:

  • Für Gottes Absichten in den kommenden Tagen. Für Schutz in den kommenden Tagen, dass Gewalt eingedämmt und weiteres Blutvergießen verhindert wird.
  • Für einen Wandel und einen neuen Tag für den Iran, dass Winde der Veränderung von Gott ausgehen und eine neue Zukunft möglich wird, in der Recht und Freiheit möglich werden. Für die Bestimmung des persischen Volkes, dass Wege in Freiheit, Würde und Frieden aufgehen.
  • Für die Zivilgesellschaft im Iran, für Frauen, Männer und Kinder, die zwischen die Fronten geraten. Trost und Standhaftigkeit besonders für unsere Geschwister. Für Mut zur Liebe, wo Hass regieren will.
  • Für den Schutz Israels, um Bewahrung vor Angriffen und Weisheit für alle Entscheidungen.
  • Für die Position und Haltung Deutschlands in dieser Zeit.

„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!“ (Jesaja 60,1) Herr Jesus, erbarme dich über den Iran. Lass deine Friedensherrschaft aufgehen – in Herzen, Häusern, Straßen und Institutionen. Öffne neue Wege. Und halte deine Kinder fest, mitten in der Nacht.

Alexander Schlüter

Keine Ergebnisse gefunden

Die angeforderte Seite konnte nicht gefunden werden. Versuche, deine Suche zu verfeinern, oder nutze die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.