Fasten- und Bußzeit

Am 18. Februar begann die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern. Sie erinnert an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste gefastet hat zur Vorbereitung auf seinen öffentlichen Dienst (Mt 4,2). Am selben Tag begann in diesem Jahr der Ramadan. Muslime tragen den Ramadan bewusst in die Öffentlichkeit. Christen sind hingegen in der Bibel aufgefordert, im Verborgenen zu fasten (Mt 6,16-18). Während der islamische Fastenmonat zunehmend gesellschaftliche, politische und mediale Aufmerksamkeit erhält und z. B. Frankfurt erneut die „Fressgaß“ mit Glückwünschen beleuchtet, erfährt die christliche Fastenzeit abseits der katholischen Kirchen wenig Beachtung. Dort jedoch strömten bereits im letzten Jahr in Frankreich vor allem Jugendliche und junge Erwachsene in Scharen am Aschermittwoch in die Kirchen, um das Aschekreuz zu empfangen. 18 000 ließen sich in der Ostenacht taufen. Während sich Deutschland über politisch inszenierte Ramadan-Werbung aufreibt, ist die Islamisierung unserer Gesellschaft immer mehr jungen Menschen Anstoß, sich mit den eigenen geistlichen Wurzeln zu befassen – nicht zwangsläufig in Abgrenzung, aber in Auseinandersetzung mit muslimischen Freunden. Sowohl im Christentum als auch im Islam soll die Fastenzeit der Reinigung und tieferen Hingabe an Gott dienen.

Gebet:

  • Buße über Verachtung und Verfremdung der vorösterlichen Bußzeit und über politischen Missbrauch des Aschermittwoch (Joel 2, 12–18).
  • Um Klarheit des biblischen Bekenntnisses: Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst (1Mo 3,19).
  • Dass in Christen, Muslimen und Atheisten die Frage nach dem ewigen Heil neu aufbricht und sie Antwort im Evangelium Jesu Christi finden (MK 1,15).

Karin Heepen