Frieden für Israel

Die Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran ist kein Friedensabkommen. Es enthält Bedingungen für die Öffnung der Straße von Hormus und für das Atomprogramm des Iran. Dafür sollen die Sanktionen gelockert und dem Iran ein Investitionsrahmen von 300 Milliarden Dollar eingeräumt werden. US-Präsident Trump kann den Konflikt politisch nicht aufrechterhalten und in den USA den Krieg nicht mehr rechtfertigen. Die Straße von Hormus wurde zum Druckmittel mittels Ölpreise und Verknappung und enthüllt die Verwundbarkeit des Westens.

Das iranische Atomprogramm wurde zurückgeworfen, aber nicht gebrochen. Gewinner ist das Wirtschaftsimperium der Revolutionsgarden, die Ölindustrie, Bau, Schifffahrt, Logistik und Telekommunikation kontrollieren und nun erneut an gelockerten Sanktionen verdienen. Als machtpolitischen Joker benutzt der Iran den Libanon. Wenn Israel auf Angriffe der Hisbollah reagiert, wird es zum Störenfried der Vereinbarung. Israels Sicherheit wird zur Verhandlungsmasse, und es lernt schmerzhaft, dass Amerika nicht sein Retter ist.

Die Absichtserklärung kann keinen dauerhaften Frieden bringen, weil sie am Kern des Konflikts vorbeigeht: einem Regime, dessen Identität sich aus islamistischer Ideologie, Feindschaft gegen Israel, Stellvertreterkriegen und dem Willen zur Herrschaft über den Nahen Osten speist.

Beten wir während der angesetzten 60 Verhandlungstage:

  • Dass Gott eingreift und in der leidenden Bevölkerung im Iran und im Libanon das Potenzial der Opposition gegen ihre Unterdrücker wächst und sie entmachtet werden (Jer 49,38f)
  • Dass Israel lernt, sich auf seinen Gott zu verlassen, statt auf die USA und militärische Stärke (Ps 121)
  • Dass Deutschland Israel beisteht in der zunehmenden Isolation vor allen Wirtschaftsinteressen im Iran und dem Nahen Osten (Joh 14,27).

Karin Heepen