Papst Leo XIV.

Der neu gewählte Papst begann seine An-trittspredigt mit dem Friedensgruß des Auferstandenen, und dieser Appell an Frieden und Versöhnung zog sich durch seine Botschaft an die Gläubigen und die Welt. Unmittelbar nach seiner Wahl bot er den Vatikan als Ort für Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine an. Seinen Namen wählte Kardinal Prevost vor allem mit Bezug auf Papst Leo XIII., der 1891 in der Enzyklika „Rerum Nova-rum“ die Grundlagen für die Katholische Soziallehre legte, die zur Initialzündung der Christdemokratie wurde – ein Modell für eine menschenwürdige, gerechte Ge-sellschaft jenseits von Sozialismus oder Liberalismus, die im westlichen Nach-kriegseuropa weithin staatstragend wur-de. Das Papstamt ist kein politisches und hat dennoch eine politische Dimension und Wirkung. Ein bahnbrechendes Bei-spiel gab dafür Papst Johannes Paul II. mit seinem Besuch 1983 in Polen, der maß-geblich dazu beitrug, dass mit der Soli-darność-Bewegung das kommunistische Regime in Polen fiel und den Weg zur Be-freiung Osteuropas bahnte. Täglich betete er: „Komm herab, Heiliger Geist, und er-neuere das Antlitz dieses unseres Landes!“

Dazu möge der neue Papst Inspiration und Mahner sein.

Der neue Papst steht als Oberhaupt der Katholischen Kirche jedoch zuerst wie sei-ne Vorgänger auf dem Bekenntnis Petri: „Du bist der Christus, der Sohn des leben-digen Gottes“ (Mt 16,16). Nur aus dieser Quelle kommen Frieden und Gerechtig-keit. Nur Christus kann die Quelle politi-schen Wirkens der Kirche sein. Und nur aus dieser Quelle kann unsere zwei Tage vor dem Papst vereidigte, christdemokra-tisch geführte Regierung Politik und Ge-sellschaft aus unseren christlichen Wur-zeln neu beleben. Dazu möge der neue Papst Inspiration und Mahner sein.

Gebet:

  • Um den Geist der Weisheit und der Offenbarung für Papst Leo XIV. (Eph 1,15-19)
  • Dass er zur Entwaffnung feindlicher Gruppen und Positionen in der Welt beiträgt (Lk 14,31f)
  • Dass er unsere CDU-geführte neue Regierung an die Prinzipien der Christdemokratie erinnert und an das christliche Fundament ihres Regierungsauftrags (Apg 4,8-12)

Karin Heepen