Wehrpflicht – Freiheit, Verantwortung und die Suche nach Frieden
Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Verteidigungsminister Boris Pistorius für einen neuen Wehrdienst verabschiedet. Ziel ist es, die Bundeswehr zu stärken und bis 2030 rund 100.000 Freiwillige zu gewinnen. Ab 2026 werden alle Männer ab 18 Jahren erfasst und müssen einen Fragebogen ausfüllen. Frauen können sich freiwillig beteiligen. Ab 2028 folgt die Musterung, zunächst für Männer verpflichtend, für Frauen freiwillig. Mit dem neuen Wehrdienstgesetz wagt Deutschland einen Spagat: Einerseits sollen junge Menschen frei entscheiden, ob sie dienen wollen. Andererseits bleibt die Tür zur Wehrpflicht offen. Ein einfacher Bundestagsbeschluss würde im Ernstfall reichen. Die Frage nach Pflicht, Freiheit und Verantwortung für das Gemeinwohl ist neu entflammt. Es geht dabei nicht nur um Personal für die Bundeswehr, sondern um eine viel größere Frage: Wie leben wir Freiheit und Verantwortung in unserer Gesellschaft? Viele Ältere sehen Wehrdienst als Pflicht für Sicherheit und Zusammenhalt, während viele Jüngere skeptisch bleiben und Zwang ablehnen. Die Realität der Bundeswehr hat sich verändert. Es wird nicht mehr nur geübt, sondern im Ernstfall auch gestorben. Wer heute Soldat wird, weiß, dass er im Notfall an der Front stehen kann.
Die Frage nach Pflicht, Freiheit und Verantwortung für das Gemeinwohl ist neu entflammt.
Wir leben in einer Zeit, in der sich vieles verschiebt. Neue Wirtschaftssysteme, neue Formen von Staatlichkeit und die Suche nach einer neuen Weltordnung. Die Frage ist, ob diese Ordnung auf Macht, Rüstung und Abgrenzung gründen wird oder auf andere Grundlagen, wie Verantwortung, Kooperation und Menschlichkeit.
Vieles steht in Frage, aber wir wollen Gottes Reden und Handeln im Gebet Raum geben:
- Geist des Herrn, umkleide uns, wenn wir jetzt für die zerbrechliche Ordnung in Deutschland und Europa beten! (Jes 11,2)
- Bewahre unser Land vor neuem Krieg. Die Wunden der Vergangenheit sind noch nicht verheilt. Wir sehnen uns nach deinem Frieden.
- Jesus, wir bringen dir die junge Generation. Sie ist im Frieden aufgewachsen. Wir beten für ihre Bestimmung. Lass sie Frieden auch in Zukunft erleben und Verantwortung mit Mut und Liebe tragen.
Alexander Schlüter