Jesus sprach zu seiner Erdenzeit immer wieder über die Ernte – sowohl in Gleichnissen als auch in ganz praktischen Aufforderungen an seine Jünger. Im Matthäusevangelium tat er dies interessanterweise angesichts der Not, dem Elend und dem Leid der Menschen. Er sah ihre Erschöpfung und ihr niedergeworfen sein. Er sah sie in ihrer Haltlosigkeit und ihrem Mangel an Perspektive und Sicherheit wie Schafe, die keinen Hirten haben und wurde davon innerlich bewegt. Und er sah genau darin eine vorbereitete Ernte, die darauf wartet, eingeholt und heimgebracht zu werden, und er wies seine Jünger an, den Herrn der Ernte zu bitten, Arbeiter in seine Ernte auszusenden. Seine Reaktion auf das, was Er sah, war es, nicht im Sichtbaren stehen zu bleiben, sondern dahinter zu blicken. Er schaute auf die geistliche Dimension und auf die Not der Verlorenheit und Orientierungslosigkeit dieser Menschen, und: auf die „Lösung“ des Königreiches Gottes, nämlich ihnen wahre Heimat, Sicherheit, Identität, Heilung, Erlösung und Befreiung zu bringen. Kurz: Sie mit dem guten Hirten bekannt zu machen, nach dem sich ihre Herzen sehnen. Dafür waren sie reif. Dies war der Zugang zu ihren Herzen.
Im Natürlichen befinden wir uns aktuell mitten in der Erntezeit. Gesellschaftlich und politisch befinden wir uns in einer Zeit, die stark geprägt ist von Unsicherheit, Perspektiven- und Orientierungslosigkeit und Ohnmacht – ein Stück weit wie Schafe, die keinen Hirten haben. Werden wir beim Anblick der Menschen um uns her, aber auch beim Anblick von Politikern und Machthabern innerlich bewegt? Nicht von Zorn, sondern von herzlichem Mitleid und Erbarmen? Erkennen wir darin eine potenzielle Ernte, die darauf wartet, heimgeholt zu werden? Lasst uns den Herrn der Ernte um Arbeiter bitten – und lasst uns selbst bereit sein, den Menschen die gute Botschaft vom Königreich Gottes zu bringen.
Gebet:
- Für einen persönlichen Perspektivenwechsel, eine Zunahme der persönlichen Zeugniskraft und das Empfangen Seiner Liebe für die Verlorenen (Mt 9,35-38; Kol 3,12; Joh 3,16; 2Kor 2,14)
- Für offene Türen zur Verkündigung des Evangeliums
- unter Politikern – in Deutschland, in Israel und weltweit,
- in unserer Gesellschaft unter allen Generationen und
- unter Muslimen in Deutschland, im Nahen Osten und weltweit (Kol 4,3; Lk 10,2).
Tanja Frank
Gottes Friede umgebe euch immer und überall,
Alexander Schlüter und Team