Wozu bin ich hier?
Die Zeit ist reif für das Hervortreten der Söhne und Töchter Jahwehs und ihr Eingreifen in die Weltgeschichte. Die Schöpfung liegt in Wehen, die Erde ruft, Menschenmassen irren umher und haben die Orientierung und ihren Wertekatalog verloren.
Es ist wieder Zeit, sich zu fragen, wozu bin ich auf der Welt? Was ist meine Berufung, mein Auftrag von Gott? Lasst uns in diesem Monat diesen Auftrag in der Stille mit Gott so klar und konkret wie möglich formulieren. Es ist wichtig, ab und zu Bilanz zu ziehen und sich neu auszurichten, denn wir selbst und unsere Zeit sind so ungeheuer wertvoll. Diese Nachjustierung hilft uns, Unnötiges aus unserem Leben zu verbannen, Ballast abzuwerfen und fokussierter zu handeln. Das bringt auch ein neues, starkes Gefühl von innerer Zufriedenheit mit sich. Depressive Gefühle, gerade in der dunklen Jahreszeit, können nicht anhaften und wir entdecken die Dankbarkeit und Liebe zu unserem Herrn ganz neu. Dieses „Sendungsbewusstsein“ setzt neue Kräfte frei und lässt uns morgens beschwingt aus dem Bett aufstehen. Dabei geht es keinesfalls darum, wie vermeintlich groß oder klein wir oder andere unsere Aufgabe von außen betrachten und bewerten, sondern darum, den Heiligen Geist und unser Herz sprechen zu lassen. Fürbitter zu sein und im geistlichen Raum zu wirken, ist z.B. so essenziell wichtig für die gesamte Gesellschaft. Jemanden liebevoll zu betreuen, seine Energie in die Forschung zu stecken oder bei der Arbeit ermutigende und wertschätzende Worte zu sprechen, ist genauso wertvoll in Gottes Augen wie ein bekannter Prediger auf einer Plattform oder anderswo ein offensichtlicher „Influencer“ zu sein. Unser Herz wird uns den Weg weisen und uns helfen, unsere Berufung wieder fester zu ergreifen. Und je konkreter wir unsere Berufung erkennen, desto sinnerfüllter wird unser Leben sein.
Was ist meine Berufung, mein Auftrag von Gott?
Paulus schrieb damals aus dem Gefängnis an Timotheus, dass er die Gabe Gottes in sich anfachen solle, denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (2Tim 1,6-7). Er sprach auch davon, dass er sein Leiden und sein Zeugnis für das Evangelium als heilige Berufung ansieht. Manchmal sieht es sicherlich von den Umständen her nicht so aus, als würden wir ein „glorreiches“ Leben führen, weil wir uns unsere Berufung anders vorgestellt haben, aber gerade deshalb ist es so wichtig, von Zeit zu Zeit die Frage, „wozu bin ich hier?“ erneut vor Gott zu bewegen. Und durch Fürbitte können wir natürlich auch anderen, z.B. den Obrigkeiten, helfen, ihren Auftrag von Gott zu erkennen. Er lenkt die Herzen wie Wasserbäche.
Alexander Schlüter